Sondernheim
20-jähriger Erntehelfer ertrunken
Bei über 30 Grad ist der Sondernheimer Baggersee normalerweise gut besucht. Doch an diesem Freitagnachmittag stehen die Badegäste nur am Ufer und blicken still auf das Wasser. Einige stehen in kleinen Grüppchen zusammen und unterhalten sich leise. Wenige Decken liegen noch auf der Wiese, einige Kinder planschen am Rande des Sees im Wasser. Auf einmal geht es ganz schnell. Ein Junge ruft, „Sie haben ihn!“. Dann sperrt ein Polizeibeamter auch noch den gesamten Uferbereich ab. Der vermisste 20-Jährige wurde von Tauchern geborgen.
Es ist das traurige Ende eines freien Nachmittags. Der Mann gehörte nach Auskunft von Germersheims Bürgermeister Marcus Schaile, der vor Ort ist, zu einer Gruppe von Erntehelfern. Die Rumänen hatten von ihrem Arbeitgeber in Hördt frei bekommen, weil es zu heiß für Arbeit auf dem Feld sei. Die gewonnene Freizeit wollten sie zur Abkühlung im nahen Baggersee nutzen.
Die jungen Männer sollen zu viert ins Wasser gegangen sein. „Sie konnten nicht gut schwimmen“, sagt ein junger Badegast, der die Bergungsarbeiten beobachtet. Als die drei anderen aus dem Wasser kamen, sollen sie bemerkt haben, dass einer von ihnen fehlte. Passanten setzten um 15.53 Uhr einen Notruf ab. Zufällig waren zwei Feuerwehrleute in ihrer freien Zeit am See, als Badegäste. „Sie sind direkt tauchen gegangen“, sagt Wehrleiter Andreas Magin von der Freiwilligen Feuerwehr Germersheim.
Doch erst knapp zwei Stunden später wird der junge Rumäne geborgen. Dabei ist ein Großaufgebot an Rettungskräften im Einsatz. Die DLRG Wörth, Neuhofen, Oggersheim und Frankenthal sind mit insgesamt 32 Kräften vor Ort. Die Freiwillige Feuerwehr Germersheim mit sechs Fahrzeugen und zwei Booten, auch insgesamt 23 Personen. Dazu kommen Polizei und Rettungsdienst. Die drei anderen Erntehelfer beobachten still die Rettungsarbeiten, schütteln immer wieder den Kopf. Sie werden vom Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes aus Bellheim betreut, die Kommunikation läuft auf Englisch.
An diesem Nachmittag war am Baggersee Sondernheim bei den hochsommerlichen Temperaturen zunächst viel los, „Wiese und Strand waren voll“, berichtet Wehrleiter Magin. Doch die Räumung des Sees habe „vorbildlich funktioniert“, zwei Polizeibeamte hätten dazu ausgereicht. „Ich bin angenehm überrascht.“
Um 18 Uhr ziehen sich DLRG und Feuerwehr langsam zurück. Die Polizei bleibt weiter vor Ort. Später am Abend soll der See wieder für den Badebetrieb freigegeben werden, kündigte Magin an.