Kreis Germersheim 2. Rheinbrücke wird an B 36 angebunden
Das Projekt „2. Rheinbrücke“ setzt sich im Bundesverkehrswegeplan aus drei Vorhaben zusammen, die dort jeweils für sich betrachtet und bewertet werden: •Die Trasse von der B 9 bei Wörth bis zum pfälzischen Rheinufer wird als B 293 nummeriert. Sie ist 3,7 Kilometer lang und kostet 75,5 Millionen Euro. Der Kosten/Nutzen-Vergleich ergibt den Quotienten 1,8. •Die 2. Rheinbrücke selbst (1,4 Kilometer) kostet 39,3 Millionen Euro, der Kosten/Nutzen-Vergleich ergibt 1,8. •Die Anbindung an die B 36 (3,5 Kilometer) wird auf 70,7 Millionen Euro geschätzt. Der Kosten/Nutzen-Quotient ist 1,7. Damit bestätigt sich, was sich schon gegen Ende der letzten Woche abgezeichnet hatte: Im Kosten/Nutzen-Vergleich steht das Gesamtprojekt „2. Rheinbrücke“ mittlerweile deutlich schlechter da als noch im vorherigen Bundesverkehrswegeplan, in dem die 2. Rheinbrücke mit dem Kosten/Nutzen-Quotient 5,9 bewertet wurde. Damit scheint das Brückenprojekt deutlich weniger Vorteile zu bringen als vor allem die vielen Ortsumfahrten. Die Gründe für diese Abwertung konnten gestern nicht mehr geklärt werden, der neue Plan lag der Redaktion erst am späten Nachmittag vor. Anzumerken sind aber drei Punkte: •Auf der pfälzischen Seite schlagen die hohen Kosten für den umwelt- und naturschutzfachlichen Ausgleich zu Buche. Sie wirken sich also negativ auf die Bewertung aus. Ebenfalls in Geld umgerechnet werden beispielsweise Veränderungen der Emissionen in Euro je Tonne CO2. •Die städtebaulichen Gewinne auf der badischen Seite hingegen werden nicht in die Kosten/Nutzen-Rechnung eingezogen. Die Planer des Bundes haben nämlich offenbar im Gegensatz zur Stadt Karlsruhe erkannt, dass die B-36-Anbindung große Vorteile vor allem für Knielingen bringt und die städtebauliche Bedeutung als „hoch“ eingestuft. Der Grund: Ein großer Teil der Fahrer, die von Norden kommend über den Rhein wollen, müssen nicht mehr quer durch Knielingen fahren. •Der wichtigste Aspekt aber: Die mit Sicherheit immens hohen Kosten, die bei einem zeitweiligen Ausfall der bestehenden Rheinbrücke anfallen, spielen im Kosten/Nutzen-Vergleich des Bundesverkehrswegeplans keine Rolle. Dafür wird aber bei einer Ortsumgehung jede Minute Zeitgewinn für die Autofahrer in Geld umgerechnet; zugrunde gelegt werden 4,20 bis 4,60 Euro die Stunde. Vorerst beruhigt sein können die Anlieger der Bahnlinie Germersheim/ Wörth/Karlsruhe: Auf der Schiene konzentrieren sich die Planungen auf die badische Rheinseite. Dort sind 4,3 Milliarden Euro für den Ausbau der Bahnstrecke Mannheim/Karlsruhe vorgesehen. (lap)