Kreis Germersheim 1,2 Milliarden Flaschen im Jahr abgefüllt
Das Getränkewerk Wörth verfügt über 5 Abfüllanlagen, die aus 6 Mineralwasserbrunnen gespeist werden. Die Brunnen sind 60 bis 150 Meter tief und liegen entlang der Straße von Wörth nach Jockgrim. Gekostet hat das Werk einen dreistelligen Millionenbetrag. Baubeginn war im Mai 2012, die Inbetriebnahme erfolgte nach 15 Monaten Bauzeit im September 2013. Mittlerweile läuft das Werk auf vollen Touren. Jährlich werden rund 1,2 Milliarden Flaschen und Dosen abgefüllt. Ihr Inhalt: Mineralwasser, Süß- und Fruchtsaftgetränke sowie Energydrinks. Durchschnittlich verlassen 250 Lastwagen am Tag das Abfüllwerk. Die Getränke lagern auf Paletten in einem 40 Meter hohen Hochregallager; dort ist Platz für etwa 60.000 Paletten. In einer Stunde können aus dem Lager bis zu 1150 Paletten herausgeholt und abtransportiert werden. Das Lager dient vor allem dazu, die Wochenendproduktion aufzunehmen. Denn samstags und sonntags wird zwar produziert, aber wegen des Lkw-Fahrverbots nicht abtransportiert. Jörg Aldenkott, Vorsitzender der MEG-Geschäftsleitung, betonte die ökologischen Fortschritte, die mit dem Wörther Werk gemacht wurden. Einmal werden die Flaschen nicht weiter als 180 Kilometer transportiert. Zum zweiten sei es gelungen, gemeinsam mit Lidl einen Wertstoffkreislauf für die PET-Flaschen zu schaffen. Durch Materialeinsparung und Recycling werden gegenüber 2008 66 Prozent PET-Neumaterial gespart. Die PET-Flasche sei damit Mehrwegflaschen in der ökologischen Bewertung nicht mehr unterlegen, sagte Aldenkott. Ministerpräsidentin Dreyer lobte das gute Zusammenspiel von Betriebsrat und Geschäftsleitung bei den Pfälzer Erfrischungsgetränken. Das habe Vorteile für beide Seiten: „Firmen mit Betriebsrat sind viel produktiver als andere.“ Mit Blick auf die verkehrliche Anbindung des gesamten Industriegebiets betonte Dreyer, dass sie Mainzer Landesregierung die 2. Rheinbrücke zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet habe. Auch in Zukunft wolle die Landesregierung alles in ihrer Macht stehende tun, damit die Brücke gebaut wird. Bürgermeister Harald Seiter (CDU) wies darauf hin, dass die Ansiedlung der Pfälzer Erfrischungsgetränke quasi der Schlusspunkt für die Entwicklung einer ehemaligen Industriebrache war. Auf 100 Hektar seien insgesamt rund 1 Milliarde Euro investiert worden. Dabei wurden etwa 1000 Arbeitsplätze geschaffen. Die Pfälzer Erfrischungsgetränke belegen ein Areal von 22 Hektar und bieten knapp 200 Arbeitsplätze an. Wobei die MEG darauf hinweist, dass ihn ihrer Firmengruppe schon seit 2011 ein Mindestlohn von 10 Euro in der Stunde bezahlt wird. (lap)