Kreis Germersheim 0:0 tut Schulpartnerschaft gut
Trikots, Fahnen, Hüte, Bänder und Schminke in schwarz-rot-gold oder rot-weiß waren Pflicht am Donnerstagabend, als Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Wörth und Austauschschüler der polnischen Partnerschule gemeinsam das Fußballspiel Deutschland-Polen anschauten. Manche Zuschauer trugen sogar die Farben beider Länder.
„Das ist doch ein schönes Ergebnis. Toll, dass unsere Partnerschule gerade zu diesem Zeitpunkt bei uns weilt und wir gemeinsam das EM-Spiel ansehen konnten.“ Das sagte Andreas Borm, der für den Austausch mit dem dritten Lyceum im polnischen Tarnow zuständige IGS-Lehrer. Seine polnische Kollegin, Monika Kocol: „Das war wieder ein beeindruckendes Erlebnis unserer Partnerschaft und gut für unseren Austausch.“ Nach einem Grillfest, für das der stellvertretende Schulleiter Michael Trauthwein zuständig war, und einem gemeinsamen Tanz, den die polnischen Gäste eingeübt hatten, versammelten sich über 70 Personen im Pavillon im IGS-Pausenhof zum gemeinsamen „Kigge-Gugge“: 34 Austauschschüler, Schulleitung und Lehrer der IGS, ehemalige Lehrer der Realschule plus, die diesen deutsch-polnischen Schüleraustausch ins Leben gerufen hatten, sowie zahlreiche gastgebende Eltern. Waren die polnischen Gäste vor dem Spiel noch skeptisch und tippten nur zaudernd auf einen Sieg ihrer Mannschaft – wie Magdalena oder Alexandra oder höchstens auf ein Unentschieden – so waren die deutschen Schüler recht siegessicher. Nur Andreas sagte eine 1:2-Niederlage voraus. Bei den Lehrern überwog beiderseits der Tipp auf ein Unentschieden. Nur Andreas Borm meinte: „Deutschland gewinnt 3:1.“ Den ersten zögerlichen Beifall von polnischer Seite gab es schon nach wenigen Minuten für den Schiri, als er Khedira die gelbe Karte zeigte. Überhaupt waren die polnischen Schüler etwas emotionaler als ihre Gastgeber. Diese sprangen erst auf, als Toni Kroos nach 16 Minuten die erste größere Chance vergab und reklamierten lautstark „Handspiel“ in der 23. Minute. Als Özil in der 34. Minute ebenfalls die gelbe Karte sah, kam wieder polnischer Beifall auf. Beim Wiederholen dieser Szene in Zeitlupe ging dieser aber in Gelächter über. In der Halbzeit sorgte eine riesige Torte in den Farben beider Nationen und mit einem Bild von der deutsch-polnischen Austauschgruppe versehen – gebacken von der Mutter von Nadine Löwer zum 18. Geburtstag der polnischen Schülerin Dominika – für eine Überraschung und guten Appetit bei allen Besuchern. Nach dem Geburtstagsständchen in beiden Sprachen kamen viele zu spät zum Beginn der zweiten Spielhälfte. Jetzt herrschte auch noch mehr Stimmung im Pavillon als in der ersten Halbzeit. Diese erreichte bei den polnischen Schülern ihren Höhepunkt, als in der 80. Minute der 19-jährige Bartosz Kapustka von Wisla Krakau eingewechselt wurde. Er stammt nämlich aus ihrer Heimatstadt Tarnow und genießt besonders viele Sympathien bei ihnen. Dabei amüsierten sich die Schüler schon ein wenig über die Aussprache des Namens durch den deutschen Reporter. Am Schluss des Fußball-Länderspiels klatschten alle Schüler Beifall. Die meisten deutschen Schüler sprachen von einem spannenden Spiel und einem verdienten 0:0. „Aber leider keine Tore“ (Noah). Nur Olivia war total enttäuscht. Sie war sicher gewesen, dass Deutschland gewinnen würde. Die polnischen Schüler Dominika und Kamil sprachen von einem sehr guten Ergebnis für Polen und sind jetzt von einem Sieg gegen die Ukraine überzeugt. Dieses Spiel werden die jungen Polen dann aber am Dienstag zu Hause sehen, denn nach acht Tagen Besuch heißt es heute Abschied nehmen. (jopa)