Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Ärztemangel: Frühzeitige Bemühung wird belohnt

In der Verbandsgemeinde Rülzheim fehlen Ende kommenden Jahres mindestens fünf Hausärzte.
In der Verbandsgemeinde Rülzheim fehlen Ende kommenden Jahres mindestens fünf Hausärzte.

Dass sich die Verbandsgemeinde um den Ärztemangel kümmert, ist lobenswert. Aber der Patient medizinische Versorgung selbst scheint krank zu sein.

Lange Wartezeiten in der Arztpraxis und ein noch längeres Warten auf einen Termin – das kennzeichnet das deutsche Gesundheitssystem. Die Kassenärztliche Vereinigung trägt ihren Teil dazu bei, dass die Bürokratie überbordend wird. Dass die Kommunikation zwischen Krankenhausärzten und Patienten schlechter wird, ist ein Symptom dafür, dass viele deutsche Ärzte lieber ins Ausland abwandern, weil sie dort mehr verdienen und vielleicht weniger Papierkram zu erledigen haben.

Die Verbandsgemeinde tut gut daran, sich frühzeitig um die medizinische Versorgung ihrer Bewohner zu kümmern, obwohl sie dafür eigentlich nicht zuständig ist. Dass die Gespräche und Bemühungen in Teilen gefruchtet haben, sieht man an der Ansiedlung der Fachärzte – auch wenn weitere gewünscht sind. Die Verbandsgemeinde Rülzheim hat viel zu bieten, die Bewohner sind meist gut situiert – für Ärzte ein Potenzial, das genutzt werden kann. Gut ist, dass die Verbandsgemeinde Profis engagiert hat, um ihre Chancen zu verbessern, fehlende Hausarztstellen besetzen zu können. So etwas hat es im Kreis wohl noch nicht gegeben. Doch Wunder kann man nicht erwarten, denn das medizinische System selbst scheint krank zu sein.

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