Kandel
Ärztehaus kann kommen
Ein MedZentrum mit Räumen für Praxen niedergelassener Fachärzte und Allgemeinmediziner sowie ein Therapiezentrum, dazu ein großes Parkhaus. So sehen die Pläne für Flächen neben der Asklepiosklinik Kandel aus. Umgesetzt werden soll das Projekt von der Kanzlei HFBP, die schon mehrere solcher Häuser mit Trägern von Kliniken gebaut hat.
Kritik gab es vor allem am geplanten Parkhaus, das 315 Parkplätze plus 412 Kurzzeitparkplätze umfassen soll. „300 Fahrzeuge sind schon ein Klops“, sagte Ludwig Pfanger (Freie Wähler). Zudem wäre das Parkhaus den Plänen zufolge zwei Stockwerke höher als umliegende Gebäude. Auch Einwohner äußerten Kritik an der geplanten Zahl der Stellplätze.
Doch die würden dringend benötigt, erläuterte Frank Lambert, Geschäftsführer der beiden Südpfalzkliniken. Schon jetzt gebe es Kritik vom Personal, dass die Parkplätze rund um die Klinik nicht ausreichten. „Zum Frühdienst geht es noch, gegen Mittag wird es schwieriger.“ Allein über 100 Parkplätze würden also für die Klinik gebraucht. Durch die Zufahrt von der Luitpoldstraße aus und die Abfahrt über die Robert-Koch-Straße solle zudem gewährleistet sein, dass es zu keinem Begegnungsverkehr komme. Der „unsägliche Parkplatzsuchverkehr“ werde mit dem Parkhaus hoffentlich beendet, sagte Judith Vollmer für die CDU.
Ein weiterer Kritikpunkt: Kandel benötige Hausärzte dringender als Fachärzte. „Das funktioniert doch nur, wenn auch genug Hausärzte da sind, die zu den Fachärzten überweisen“, sagte Markus Schowalter (FDP). Man habe mit allen Ärzten und Zahnärzten in Kandel gesprochen, versicherte Rechtsanwältin Rebekka Kreiling. „Wir haben von keiner Praxis Gegenwind bekommen.“ Man müsse die Hausärzte bei diesem Projekt zusammenbringen. Eine Möglichkeit: Ältere Ärzte würden dann vielleicht nicht mehr selbstständig, aber in Anstellung arbeiten wollen.
Weitere Aspekte der Diskussion war der geforderte ökologische Ausgleich (Grüne) und die Frage nach innenstadtrelevanten Sortimenten wie ein Backshop, der ebenfalls im MedZentrum geplant ist.
Bei einer Gegenstimme (Pfanger, Freie Wähler) wurde der Grundsatzbeschluss für die nötige Änderung des Bebauungsplans gefasst.