Kreis Germersheim Ärzte wollen sich vernetzen

Hausarzt aus Überzeugung: Dr. Jonas Hofmann-Eifler.
Hausarzt aus Überzeugung: Dr. Jonas Hofmann-Eifler.

Seit zweieinhalb Jahren ist der gebürtige Paderborner, der in Freiburg Medizin studiert hat, in einer Gemeinschaftspraxis in Rheinzabern tätig. In die Südpfalz ist er durch seine Frau gekommen, die von hier stammt. „Ich habe gestaunt, dass es hier nicht mehr Kontakt zwischen den Hausärzten gibt“, sagt Hofmann-Eifler, der gerade seine Facharztprüfung abgelegt hat. Und so ist der junge Mediziner aktiv geworden. „Ich habe erst einmal Kontakte zu jungen Ärzten aufgebaut“, erzählt Hofmann-Eifler. Er habe E-Mails geschrieben, Kollegen besucht, Annoncen in Fachzeitungen aufgegeben. „Die Kassenärztliche Vereinigung hat mich dabei unterstützt“, lobt der 33-Jährige, der mit seiner Frau und seiner wenige Wochen alten Tochter in Kandel wohnt. Viele Hausärzte machen mit Die Resonanz sei sehr gut gewesen, berichtet Hofmann-Eifler. In kurzer Zeit hätten sich etwa 50 Mediziner im Alter von etwa 30 bis etwa 35 Jahren zusammengefunden. Hausärzte seien dabei, Weiterbildungsassistenten, dies sind Ärzte die sich zum Facharzt qualifizieren, sowie junge Ärzte, die in Krankenhäusern arbeiten und das Ziel haben Hausarzt zu werden. Als nächsten Schritt habe man den Kontakt zu älteren Kollegen gesucht. Dazu gab es ein Treffen in Landau. „Ich war überrascht, dass so viele gekommen sind“, sagt Hofmann-Eifler. Ziel sei es nun ein Ärztenetz Südpfalz zu gründen. Die Vernetzung von Hausärzten sei aus mehreren Gründen wichtig, nicht nur für die Ärzte, sondern auch für die Patienten, sagt Hofmann-Eifler. So könne ein Ärztenetz dazu beitragen, dass es auch in einigen Jahren noch genug Hausärzte in der Südpfalz gibt und „die wohnortnahe Hausarztversorgung gesichert ist“, sagt Hofmann-Eifler, der derzeit angestellter Facharzt in der Rheinzaberner Gemeinschaftspraxis ist und dort im kommenden Jahr als Teilhaber einsteigen will. Überall Nachfolger gesucht Etwa 60 Prozent der Hausärzte in der Südpfalz seien Ende 50 oder älter. „Sie brauchen in den nächsten Jahren einen Nachfolger“, sagt Hofmann-Eifler. Auf der anderen Seite gebe es junge Ärzte, die eine Praxis übernehmen möchten. Das Ärztenetz wolle hier eine Plattform sein, vermitteln und koordinieren. Vor allem junge Frauen wollten oft erst in Teilzeit und als Angestellte arbeiten und mancher ältere Kollege, wolle noch nicht ganz aufhören, aber etwas kürzer treten und wäre bereit einen jungen Arzt oder eine junge Ärztin anzustellen, nennt Hofmann-Eifler als ein Beispiel, wo das Ärztenetz als Vermittler auftreten könne. Das Ärztenetz wolle auch bei jungen Ärzten dafür werben, sich für eine Tätigkeit als Hausarzt zu entscheiden und sich in der Südpfalz niederzulassen. Hausarzt auf dem Land, das habe ein schlechtes Image, weiß Hofmann-Eifler. „Das stimmt aber nicht, die Tätigkeit als Hausarzt auf dem Land ist weitaus attraktiver als im Krankenhaus zu arbeiten und auch die Verdienstmöglichkeiten sind besser“, sagt Hofmann-Eifler. „Ich bin total verliebt in die Südpfalz und ich finde es unglaublich schön, Hausarzt zu sein“, schwärmt der Arzt. Erfahrungsaustausch, nennt Hofmann-Eifler eine weitere Intention des Ärztenetzes. Es gehe darum, Erfahrungen auszutauschen, Informationen weiterzugeben, bei der Weiterbildung zu kooperieren. „Und die jüngeren Kollegen können von den erfahreneren Kollegen viel lernen“, sagt Hofmann-Eifler. All dies komme letztendlich den Patienten zugute. Ein- bis zweimal pro Quartal sind die Treffen des zukünftigen Ärztenetzes Südpfalz. „Wir haben immer eine Weiterbildung dabei und es bleibt genug Zeit sich kennenzulernen und miteinander zu reden“, sagt Hofmann-Eifler. Die offizielle Gründung des Ärztenetzes werde derzeit ebenso vorbereitet, wie eine Homepage im Internet. Bei diesen Arbeiten unterstütze ihn vor allem sein Kollege Dr. Dominik Schubert. Und auch von den Standesvertretungen würden die Pläne gefördert. Kontakt spp-rhz@gmx.net

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