Kreis Germersheim Ärzte wollen keine Miete zahlen

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Um die Unterbringung einer Arztpraxis im Bürgerhaus ging es am Mittwoch im Ortsgemeinderat Neuburg. Weil die Umbauten mit zu hohen Risiken verbunden wären, beschloss man einstimmig, das Thema nicht weiter zu verfolgen.

Bereits seit Sommer 2014, als der ortsansässige Arzt die Schließung seiner Praxis ankündigte, sucht die Gemeinde Neuburg einen Nachfolger. Allerdings sei der Umkreis von Kandel und Wörth mit Haus- und Fachärzten überversorgt, so Bürgermeister Hermann Knauß (Wählergruppe). Daher musste man einen Arzt finden, der schon irgendwo im Kreis praktiziert und in Neuburg lediglich eine Filiale eröffnet. Zwei Ärzte gab es laut Knauß, die mehrmals die Woche abwechselnd praktizieren wollten. Aber: Es fehlen geeignete Räume. Die Gemeinde ließ jetzt eine Machbarkeitsstudie zur Unterbringung einer Filialpraxis im Keller des Bürgerhauses erstellen. Planer Tim Feigenbutz bezifferte die Kosten für einen Umbau mit 158.000 Euro. Das Problem dabei: Die Ärzte wären laut Knauß nicht bereit gewesen, Miete zu zahlen. „Ärzte sind Unternehmer“, sagte er: „Das Risiko, in Neuburg zu praktizieren, wird hoch eingeschätzt.“ Deshalb wollten sie ihre Kosten möglichst gering halten und erst nach zwei Jahren entscheiden, ob sie dauerhaft in Neuburg praktizieren. „Es liegt auch ein Risiko bei der Gemeinde“, erinnerte Norbert Pfirmann (SPD) an die hohen Umbaukosten. Und Nicole Reisert (SPD) erinnerte daran, dass der Zahnarzt im Ort auch seine Miete bezahle: „Wie verhalten wir uns ihm gegenüber?“ Letztlich blieb dem Rat nichts anderes übrig, als den Umbau abzulehnen: Ohne dauerhafte Sicherheit wolle man die Investition nicht tätigen, betonte Klaus Hessert (Wählergruppe). Das sei schon angesichts der Haushaltslage nicht machbar. Auch SPD und CDU lehnten den Umbau geschlossen ab. Maximal 70.000 Euro investieren will man hingegen in die Spielplätze Altrheinstraße und an der Grillhütte. Gerade der Zustand des Spielplatzes Altrheinstraße sei sehr schlecht, so Bürgermeister Knauß. Alle Fraktionen hielten es für sinnvoll, die Sache einem Planer zu übergeben. Professionelle Hilfe einholen will man sich auch für die Umgestaltung des Rathausplatzes und für die Ausweisung eines „Dorfrundweges“. Abgelehnt hat der Rat eine Erhöhung der Nutzungsgebühren für Bürgerhaus und Grillhütte. Sie wurde von der Verwaltung angeregt, weil seit der letzten Anhebung vor 14 Jahren die Verbraucherpreise laut Statistik um 20 Prozent gestiegen seien. „Eigentlich tragen sich die Gebäude“, meinte Alexander Frank (SPD). „Es besteht keine Not, die Preise zu erhöhen.“ Die anderen Fraktionen schlossen sich dieser Meinung an. Neu ist hingegen, dass man bei Reservierung und Nichtbenutzung 75 Prozent der Gebühr zahlen muss – aber nur, wenn sich kein Ersatznutzer findet. Als neues Ratsmitglieder verpflichtet wurde Karl Rudolf Weisenburger. Er rückt in der CDU-Fraktion für Doris Schwarz nach, die nach fast drei Jahrzehnten ihr Ratsmandat aufgab. (hcs)

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