Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Zu hoch: Bauaufsicht stoppt Aufstockung eines Wachenheimer Gebäudes

Vermessen: Das Gebäude in der Weinstraße wird derzeit umgebaut und aufgestockt.
Vermessen: Das Gebäude in der Weinstraße wird derzeit umgebaut und aufgestockt.

Bei der Aufstockung eines Wohn- und Geschäftshauses in Wachenheim sind Bauherr und Planer über das Ziel hinausgeschossen und haben bei der Gebäudehöhe ordentlich draufgesattelt.

Nun wurde der Umbau des Hauses in der Weinstraße 90, der auch eine Aufstockung beinhaltet, vorläufig gestoppt. Das hat die Pressestelle der Kreisverwaltung Bad Dürkheim auf Anfrage mitgeteilt. Die Erhöhung des Gebäudes lief seit einigen Wochen zügig. Einem Anwohner kam sie allerdings etwas überdimensioniert vor. Und richtig: Die Bauaufsicht hat nachgemessen und festgestellt, dass die Aufstockung tatsächlich um mehr als einen Meter zu hoch ausgefallen ist.

Der verantwortliche Architekt habe mitgeteilt, dass sich die Dachform geändert habe, so die Pressestelle. Der Architekt sei von einer „fehlerhaften Bestandsmaßannahme“ ausgegangen. Ein entsprechender Nachtrag zum Bauantrag sei am Montag bei der Kreisverwaltung und der Stadt Wachenheim eingegangen. Sollte der Nachtrag seitens der Kreisverwaltung genehmigungsfähig sein und die Gemeinde zustimmen, könnte die Veränderungen wirksam werden. Selbst wenn die Gemeinde kein grünes Licht gibt, kann der Kreis dem Nachtrag zustimmen. Die Kreisverwaltung weist ausdrücklich darauf hin, dass vom Baustopp nur die Dacharbeiten betroffen sind, andere Bautätigkeiten könnten wie geplant fortgesetzt werden. Gegenüber der RHEINPFALZ wollte sich der Architekt nicht zu den Vorgängen äußern. Der Bauherr war nicht zu erreichen und hat keine Stellungnahme abgegeben.

Bechtel: „Ärgerlicher Vorgang“

Wachenheims Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) spricht von einem „ärgerlichen Vorgang für die Stadt“ und erinnert daran, dass die Zustimmung der Stadt und die Genehmigung der Kreisverwaltung für den Umbau auf Basis der eingereichten Bauunterlagen nach Abwägung aller Interessen erfolgte. „Genehmigt wurde ein architektonisch ansprechendes Gebäude mit einer Höhe von 10,18 Metern und einer modernen Dacharchitektur“, erklärt der Bürgermeister. Im Moment aber entstehe ein Gebäude „von der Stange“, das gut einen Meter höher und mit einem einfachen Satteldach ausgestattet sei. Der Baustopp sei folgerichtig gewesen. Dass die Änderungen weder mit der Verwaltung noch mit der Stadt abgestimmt wurden, könne er nicht nachvollziehen. Die Änderungen sollen im Bauausschuss und sehr wahrscheinlich auch im Stadtrat diskutiert werden. Er sei schon sehr gespannt, wie Bauherr und Architekt die Planänderungen den Mitgliedern der Gremien plausibel erklären wollen.

Ob dies noch vor, während oder erst nach der Sommerpause geschehen werde, könne im Moment noch nicht gesagt werden. „Die beste Lösung für mich wäre, wenn so gebaut würde, wie es ursprünglich beabsichtigt und auch genehmigt wurde“, so Bechtel.

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