Kreis Bad Duerkheim Winebank Pfalz eröffnet

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In Wachenheim hat mit der Winebank Pfalz in der Langgasse ein Business-Club für vinophile Menschen eröffnet. Bundesweit ist es der vierte seiner Art mit inzwischen über 1100 Mitgliedern. Bei einem Pressetermin hat der Erfinder Christian Ress gestern sein Konzept nochmal erläutert. Es geht um mehr als nur die Lagerung teurer Weine für Monatsbeträge ab 39 Euro. Es geht um Netzwerke, um Genuss, aber auch um Status. Für die Stadt Wachenheim geht es um neue Gäste.

Seine Bankberater hätten ihn komisch angeschaut im Jahr 2008, erzählte Christian Ress gestern vor Journalisten. Damals – kurz nach dem Höhepunkt der Bankenkrise – habe er ihnen versucht zu vermitteln, dass er gerne ein Winebank eröffnen würde. Man habe ihn kritisch beäugt, so Ress, der im Hauptberuf das Weingut Balthasar Ress in Rheinhessen leitet. Aus Sicht der Banker habe es seinerzeit keinen Markt gegeben für ein Konzept, das Ress damals bereits fünf Jahre in seinem Kopf herumgetragen hatte. „Wer sind ihre Mitbewerber“, habe man ihn gefragt. Etwa der Weinkühlschrank aus dem Media Markt, den man sich in die Garage stellen kann? Um es abzukürzen: Ress hat seine Idee trotzdem finanziert bekommen und hat dafür relativ schnell Abnehmer gefunden. Zum Beispiel in Wachenheim. Thomas Distler, im Hauptberuf Vorstand bei der Sparkasse Rhein-Haardt, hat das Franchise-Konzept gefallen, das ihm Ress verkauft hat. Distler, gemeinsam mit seiner Frau Inhaber der eigens gegründeten Weinbusiness GmbH, sei sogar der erste gewesen, der damals unterschrieben habe, sagte Ress. Das Franchise-Konzept wird charakterisiert durch den Gedanken, dass Weinfreunde ihre besten Stücke an einem Ort lagern, der dafür in jeder Beziehung prädestiniert ist. Zugang zur Wachenheimer Winebank – nach Hattenheim, Hamburg, Basel, Wien und Frankfurt übrigens die sechste insgesamt – besteht über eine Chipkarte und einen Code rund um die Uhr. Der Winebanker kann Gäste einladen, um seinen eigenen Wein gemeinsam mit anderen zu trinken oder sich aus einem exklusiven Weinautomat, der mit namhaften Tropfen befüllt ist, bedienen. Bezahlt wird auch hier über die Chipkarte, die in den Automat gesteckt wird. Das funktioniert so auch in den anderen Winebank-Städten. Jeder Winebanker hat auch dort automatisch Zugang. Vielleicht bald auch in den USA, wie Ress andeutet. Inhalt des Franchise-Vertrags für den ein einmaliger Betrag von 29.000 Euro und jährliche Gebühren fällig werden, sind ein Start-up Management, der Rückgriff auf bewährte Verwaltungssysteme, digitale Vermarktung und Kommunikation sowie Unterstützung beim Betrieb. Bei voller Belegung aller 320 Tresore erwartet die Weinbusiness GmbH wie bereits im Januar berichtet einen jährlichen Umsatz von bis zu 390.000 Euro. Der kleinste Tresor, in dem etwas über 30 Flaschen Platz finden, kostet monatlich 39 Euro. Ein Tresor für 200 Flaschen kostet 120 Euro pro Monat et cetera. „Obwohl bisher keine große Werbung stattgefunden hat, sind bereits rund 70 Fächer vermietet“, sagte Thomas Distler gestern. Die „Mitglieder“ der neuen Winebank kämen aus einem Umkreis von bis zu 60 Kilometern, so der Winebank-Betreiber, der einen „deutlich sechsstelligen Betrag“ investiert hat. In Ex-Banker Christian König hat Distler einen Geschäftsführer gefunden, der Freund und Weinexperte gleichermaßen ist. Ursprünglich wollten die beiden die Winebank schon im Frühjahr eröffnen, aber ein gläserner Aufzug kam nicht rechtzeitig in Wachenheim an. Dass die Winebank insgesamt in Wachenheim ankommt, dessen war sich Anne Euler, Leiterin der Tourist-Info, gestern sicher. Die Stadt erhofft sich steigende Übernachtungszahlen nach Abendveranstaltungen in der Winebank. Geplant seien regelmäßige Weinproben mit bekannten Namen aus der Szene, sagte Distler gestern. Am Samstag hat die Öffentlichkeit Gelegenheit, sich die Winebank anzuschauen. Zwischen 16 Uhr und 22 Uhr öffnen sich die Wachenheimer Unterwelten (wir informierten). Und Christian Ress? Der zählt seine einstigen Bankberater heute zu seinen Winebank-Kunden ... Info www.winebank.de |als

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