Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel WHG-Bigband im XXL-Format: Warum Ehemalige und Junge gemeinsam spielen

Voller Sound, der begeistert: Die WHG-Bigband gehört zum musikalischen Aushängeschild des Dürkheimer Gymnasiums.
Voller Sound, der begeistert: Die WHG-Bigband gehört zum musikalischen Aushängeschild des Dürkheimer Gymnasiums.

Das Konzert der Bigband des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG) war am Samstag der Höhepunkt des Schulfests. Zum 35. Bandjubiläum spielten 80 ehemalige und aktuelle Musiker gemeinsam. Wie kam es dazu?

Die jüngsten Musiker besuchen die fünfte Klasse, die ältesten sind um die 50 Jahre alt. Was sie verbindet ist die Musik. Das erste WHG-Schulfest nach Corona sowie das 50. Jubiläum des Förderkreises waren Anlass für eine musikalische Wiedervereinigung: Rund 80 aktuelle und ehemalige Musiker der WHG-Bigband sorgten am Samstagnachmittag mit 20 Saxofonen und sieben Bässen für einen fulminanten Sound. Es war zugleich das letzte Konzert von Bigbandgründer Matthias Denhoff.

Die Bigband ist seit 35 Jahren Aushängeschild des Gymnasiums und feste Größe im Musikleben der Stadt. Er sei mit dem Auftrag, eine Bigband zu gründen, an die Schule gekommen, berichtet Matthias Denhoff. Das war im Schuljahr 1989/90. Es sollte ein Alternativangebot zum Chor geschaffen werden. Über die Jahre gingen Hunderte junge Musiker durch Denhoffs Schule. Einige wurden Profis wie Markus Deuber, Jazzpianist in Berlin, Markus Franke, der Schlagzeug und Schauspiel studierte, oder Benjamin Geyer, der als Bassist in Mainz lebt.

Alte Stücke noch im Kopf

Andere blieben der Musik als Hobby verbunden und haben zum Ehemaligen-Treffen nochmal ihre Instrumente ausgepackt. Einer davon: Fabian Dahlem, der 2007 sein Abitur absolvierte. Er spielte in der Bigband Alt- und Tenorsaxofon, lebt heute in Norddeutschland und arbeitet in der Unternehmenskommunikation. Zur Vorbereitung auf das Jubiläumskonzert hatte Bandleader Matthias Denhoff an seine Ehemaligen etliche Mails mit Notensätzen verschickt, die es zu üben galt. Am Konzerttag selbst musste eine lange Probe reichen. „Kopf und Körper erinnern sich an die alten Stücke“, sagt Dirk Paulus, der dem Abijahrgang 1994 angehörte, ehemaliger Schülersprecher war und Klarinette sowie Saxofon spielte. „Das Schönste waren die Bigband-Freizeiten in der Jugendherberge Altleiningen“, erinnert sich Max Stetter, der von der 6. bis zur 10. Klasse Teil der Bigband war. Gitarre wie damals spielt er heute noch immer. „Die Musik ist für mich der Ausgleich zum Klinikalltag“ erzählt Franziska Kuppe-Schmeißer, Abi 2009. Sie war Sängerin, arbeitet heute als Kardiologin in Mainz und steuert zum Konzert „Fever“, „Fly me to the Moon“ und „Girl from Ipanema“ bei. Sogar sechs Musiker aus dem ersten Jahrgang 1989/90 sind mit von der Partie, darunter die Saxofonisten Volker von Vietsch und Jan Hendrik Barthel.

25 Musiker aus allen Jahrgangsstufen

Aktuell besteht die Bigband aus 25 Musikern aller Jahrgangsstufen. „Allein sieben Fünftklässler spielen bei uns Trompete, der Nachwuchs ist also gesichert“, freut sich Bandleader Denhoff. Vor Corona hatte die Bigband vier bis fünf Auftritte im Jahr. Sie gastierte in den Partnerstädten Pardubice, Kluczbork, Budapest, Paray-le-Monial und Starnberg, vor zwei Monaten sogar in einem Jazzclub in Berlin. In eine Bigband wachse man hinein, sagt Matthias Denhoff. Zudem sei sie eine Talentschmiede. Aus ambitionierten Hobbymusikern wollen aus der aktuellen Band auch einige Profimusiker werden: Trompeter Maki Kakita wird demnächst Musik in Stuttgart studieren, Benedikt Scherrer als Schlagzeuger die Popakademie Mannheim besuchen und auch „Band-Küken“ und Gitarrist Valentin Kuntz (10. Klasse), möchte die Musik zum Beruf machen.

Denhoff gibt Leitung ab

„Tequila“, „Superstition“, „Mambo No. 5“, „This Masquerade“: Für ihr Konzert hat die Jubiläumsformation Klassiker aus Latin, Funk, Bossa und Jazz neu einstudiert und diese Interpretationen kommen beim Publikum bestens an. Matthias Denhoff atmet auf: „Das war mein letztes Konzert.“ Nach 35 Jahren sei es Zeit, das Projekt Bigband abzugeben: „Es ist wie bei Kindern, man muss loslassen“, betont der Musikpädagoge, der seine Nachfolge geklärt hat: Künftig wird Lucas Djamba bei der WHG-Bigband den Takt vorgeben.

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