Kreis Bad Duerkheim „Wenn Geld da ist, geht es weiter“
In der Alten St. Georgskirche ist der erste Abschnitt der Restaurierung der Franz-Kämmerer-Orgel von 1926 fertig: Heute wird der fertige Spieltisch vom Orgelsachverständigen des Bistums Speyer abgenommen. Insgesamt soll die Wiederherstellung der Orgel 45.000 Euro kosten, bis jetzt hat der Förderverein 15.000 Euro investiert.
Die Pläne, die Orgel restaurieren zu lassen, lagen schon länger in der Schublade des vor 21 Jahren gegründeten Fördervereins. Der Plan habe seinerzeit gelautet: Erst restaurieren wir die Orgel, veranstalten Orgelkonzerte und das damit eingenommene Geld stecken wir in die weitere Renovierung, erzählte der Vorsitzende des Förderkreis seit 2007, Bernhard Webersinn. 80.000 Mark hätte die Orgelrestaurierung kosten sollen. So viel Geld konnte der Förderverein damals nicht aufbringen und ging den umgekehrten Weg: Erst nahm man die Renovierung der Kirche in drei Bauabschnitten von 2003 bis 2010 vor, dann wurde die Innenausstattung vielfach ergänzt, beispielsweise durch den Zelebrationsaltar und einen Ambo des Passauer Künstlers Leopold Hafner, dessen Vater die Innenausstattung der Edith-Stein-Kirche, der heutigen Wachenheimer Pfarrkirche, geschaffen hat. Die Orgel in der St. Georgskirche war stillgelegt und jahrelang nicht gespielt worden. Bevor der Förderverein die Orgelrestauration anging, wollte man mehr über das Instrument wissen und bat den Orgelsachverständigen des Bistums Speyer, Christoph Keggenhoff, um sein Gutachten. Das hatte folgenden Inhalt: In der Diözese Speyer gebe es nur noch acht Orgeln des Orgelbauers Franz Kämmerer, die alle zwischen den beiden Weltkriegen gebaut wurden. Nur ein Teil davon habe die Zeit ohne Veränderungen überstanden, dazu gehöre die 1926 erbaute Orgel in Wachenheim. Sie sei mit 14 Registern auf zwei Manualen und Pedal eine der kleineren Orgeln, dem Kirchenraum aber völlig angemessen, hieß es von Seiten des Orgelsachverständigen. Und weiter: Da alle Klangfarben miteinander kombiniert werden könnten, stehe eine Fülle an verschiedenen Klängen in einer großen dynamischen Bandbreite zur Verfügung. Mit der Orgel sei ein spätromantisches Klangdenkmal von hoher Qualität überliefert. Diese Einschätzung Keggenhoffs wurde dem Förderverein von einem unabhängigen Orgelbauer bestätigt. Die Restaurierung der pneumatischen Orgel geschieht nun in zwei Schritten: Der erste Schritt, der Spieltisch (hier kann der Organist einzelne Pfeifenreihen verschiedener Tonhöhe und Klangfarben ein- oder ausschalten), ist soweit erledigt, der zweite Schritt, die „eigentliche Orgel“, soll dann erfolgen, wenn der Förderverein wieder genug Geld in der Kasse hat. 33.500 Euro Eigenmittel, darunter eine Spende der Lions Clubs Deidesheim in Höhe von 3000 Euro, hat der Förderverein im Sparstrumpf, fehlen also noch knapp 12.000 Euro. „Wenn das Geld da ist, geht es weiter“, kündigte der Fördervereinsvorsitzende an. Gespielt werden kann an der Orgel aber jetzt schon. Bis September heiraten in diesem Jahr acht Paare in der St. Georgskirche, es sind diverse Konzerte geplant, wie beispielsweise das „Musikalische Abendlob im Zeichen der Ökumene“ am 14. Juni und im August kommt ein Blechbläser-Ensemble unter der Leitung von Bezirkskantor Johannes Fiedler. Info Im Internet: www.st-georgskirche-wachenheim.de.