Elmstein RHEINPFALZ Plus Artikel Welle der Hilfsbereitschaft für Brandopfer

Unbewohnbar: das über 100 Jahre alte Sandsteingebäude am Tag nach dem Brand.
Unbewohnbar: das über 100 Jahre alte Sandsteingebäude am Tag nach dem Brand.

Ein Rentnerehepaar aus Iggelbach steht kurz vor Weihnachten vor dem Nichts: Vor genau zwei Wochen hat ein Feuer sein Haus völlig zerstört. Ein Hoffnungsschimmer für die Brandopfer ist die Hilfsbereitschaft im Dorf.

„Das Mitgefühl und die Solidarität mit den Brandopfern in Iggelbach ist außerordentlich groß“, sagt Matthias Blitt, Vorsitzender des in diesem Jahr gegründeten gemeinnützigen Vereins „Hilfe im Tal“, bei dem ein Spendenkonto eingerichtet ist. Schon 4000 Euro sind für das Iggelbacher Rentnerehepaar gespendet worden, das bei dem Feuer am 7. Dezember Hab und Gut verloren hat.

„In der Kürze der Zeit ist das ein überraschend hoher Betrag“, sagt Blitt. Viele Kleinspenden von fünf Euro aufwärts seien dabei, aber auch eine Spende eines Iggelbacher Unternehmers in Höhe von 500 Euro. Für eine ganz kräftige Geldspende hat der Trägerverein Nachbarhilfe „Du bist Esthal“ gesorgt: Beim alljährlich vom Trägerverein veranstalteten weihnachtlichen Chor- und Musikkonzert in der Esthaler Bruder-Konrad-Kirche wurden 1100 Euro für die Brandopfer gesammelt und auf das Spendenkonto überwiesen. Wie Blitt weiter berichtet, hat ein Benefiz-Konzert in der Elmsteiner Kirche am vergangenen Sonntag einen Spendenerlös von 500 Euro erbracht.

Auch örtliche Vereine spenden

Solidarität zeigen auch die örtlichen Vereine: der Sportverein Iggelbach, der Förderverein der Feuer wehr, die Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins, der Förderverein der Kita Spatzennest, die Senioren-Aktiv-Gruppe des Landschaftspflegeverein, der Brieftaubenverein sowie der SPD-Ortsverein Elmstein-Iggelbach-Appenthal. Je 100 Euro aus ihren Vereinskassen, so Initiator und SVI-Vorstand Lucien Spill, wollen sie den Brandopfern spenden und ihnen insgesamt 700 Euro zukommen lassen.

Das Einfamilienhaus des Rentnerehepaars in der Dorfstraße 12 wurde beim Brand vollkommen zerstört und ist unbewohnbar. Das über 100 Jahre alte Sandsteingebäude ist einsturzgefährdet. Wie die geschädigte Hauseigentümerin Renate Manthey in einem Gespräch mit der RHEINPFALZ berichtet, haben sie und ihr Ehemann eine Bleibe in einer Iggelbacher Ferienwohnung gefunden, nachdem sie anfangs in ihrem Wohnmobil übernachtet hatten.

Ermittlungen laufen noch

Inzwischen gehen die Ermittlungen zur Brandursache und Schadenshöhe weiter. „Konkrete Aussagen oder Unterlagen liegen bis heute weder von der Polizei noch von der Brandschutzversicherung vor“, bemängelt Renate Manthey die für ihr Empfinden schleppenden Untersuchungen. „Gutachter waren schon einige hier, aber konkrete Bescheide haben wir noch nicht“, sagt sie und fügt verbittert hinzu: „Vor Weihnachten wird sich da auch nicht mehr viel tun.“ Eine mögliche Brandursache wurde von Nachbarn beobachtet: „Die haben gesehen, dass Funken vom Dachständer der Stromversorgung schlugen“, berichtet die Geschädigte. Aus Sicherheitsgründen hatte die Feuerwehr bereits am Brandtag die Stromleitungen in der Umgebung des Gebäudes gekappt, die in älteren Ortsteilen Iggelbachs noch oberirdisch von Haus zu Haus verlaufen.

Spendenaktion

Spenden können weiterhin unter dem Kennwort „Brandopfer Iggelbach“ auf das Konto des gemeinnützigen Vereins „Hilfe im Tal“ bei der VR Bank Kur-und Rheinpfalz überwiesen werden: IBAN DE 33 5479 0000 0001 8050 61. Ansprechpartner ist Matthias Blitt, Erfenstein.

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