Kreis Bad Duerkheim Weinlager im Schwimmbecken
Wer am Dienstag so über die Besucher in der voll besetzten Marmorhalle der Sektkellerei in Wachenheim hinwegschaute, sah viele weiße Haarschöpfe: Die örtliche Altenhilfe hatte zum traditionellen Seniorennachmittag anlässlich des Burg- und Weinfestes eingeladen. Aufgrund des Wachenheimer Jubiläumsjahres lautete das Motto „Weinfeste einst und heute“. Der zweite Vorsitzende der Altenhilfe, Robert Koch, führte durch den Nachmittag.
Die in Winzerkittel oder Dirndl gewandeten Mitglieder der Altenhilfe kümmerten sich sehr aufmerksam um ihre meist betagten Gäste aus der gesamten Verbandsgemeinde, es sollte den Besuchern entsprechend dem pfälzischen Dreiklang „Weck, Worschd unn Woi“ an wirklich nichts fehlen. Die hintere Reihe in der Marmorhalle war für die Bewohner des Wachenheimer Bürgerspitals reserviert. „Die Altenhilfe ist einer der wenigen Vereine, die über die gesamte Verbandsgemeinde organisiert sind“, betonte Stadt- und Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel und bedankte sich bei den beiden Vorsitzenden Annette Weber und Robert Koch für die Organisation des Nachmittags. Die Altenhilfe selbst ist dieses Jahr 45 geworden. „Ich hoffe, sie bekommen heute weder kalte noch nasse Füße“, scherzte Koch eingangs in Anspielung auf den Wassereinbruch bei der jüngsten Wachenheimer Stadtjubiläumsfeier – 1250 Jahre Stadtgründung und 650 Jahre Stadtrechte – in der Bürklin-Wolf-Scheune. Den Unterschied zwischen gestern und heute beim Wein kolportierte Robert Koch mit diesen Worten: „Sie haben heute Nachmittag einen guten Wein vor sich stehen. Vor gut 50 Jahren gab es manchmal solche Übermengen, dass man Wein in Schwimmbecken lagerte. Über die Qualität sprechen wir jetzt nicht.“ Die Dürkheimer Mundartpoetin und mehrfache Preisträgerin von Mundartwettbewerben, Waltraud Meißner, brachte das Thema gereimt als Streit zwischen den Generationen auf den Punkt. Koch ging danach auf einen virtuellen Spaziergang durch Wachenheim, machte scherzhaft den Vorschlag, den Besuch der „Villa Rustica“ später mit einer Einkaufstour im neuen Supermarkt zu verbinden und ging auch noch auf die Wachenheimer Stadtgeschichte ein. Das Gesangsduo Anni & Moni sowie Werner George an der Trompete unterhielten die Senioren mit volkstümlicher Musik und alten Schlagern. Vereinzelt wagte ein Paar sogar ein Tänzchen. Alles in allem war es ein kurzweiliger und dank der Altenhilfe-Aktiven wohl umsorgter Nachmittag für die Senioren unter den VG-Bürgern. Nur eins war schade: Die Protagonisten auf der Bühne, waren sehr schlecht zu verstehen, warum auch immer. Vermutlich verstanden die meisten nur die Hälfte von dem, was da gesprochen wurde, wenn überhaupt ...