Inspektion in der Pfalz
Was den Gemeinden 1830 auf den Nägeln brennt
Über ein gut erhaltenes Schulgebäude und Kirchen samt einer „Traverse“ (Verbindungsstraße), die „vortrefflich“ hergestellt worden war, berichtet er in Weisenheim am Sand. Im „erbärmlichsten Zustande“ befindet sich nach seiner Ansicht hingegen das von den sieben Familien jüdischen Glaubens genutzte Bethaus in einem privaten Gebäude.
In der Gemeinde Freinsheim unterhält sich von Stichaner über den Bau eines neuen Schulhauses, das 1832 errichtet werden soll. Voraussetzung ist, dass sich die Kommune von der Schuldenlast befreit.
In Bad Dürkheim erörtert er mit den versammelten Bürgermeistern von Dürkheim, Wachenheim, Friedelsheim und Gönnheim den Bau einer Straße von Dürkheim nach Speyer. Während Differenzen zwischen Dürkheim und Wachenheim schnell beseitigt werden können, trägt der Ortsvorstand von Gönnheim neue Bedenken gegen die bestehende Planung vor.
Starkregen verwüstet Forst
Zwischenzeitlich wartet bereits eine Abordnung aus Forst darauf, vom Regierungspräsidenten empfangen zu werden. Sie will von den Schäden berichten, die ein frühsommerlicher Starkregen nur einen Tag zuvor in der Gemeinde durch Überschwemmungen angerichtet hatte. Am nächsten Tag macht sich Regierungspräsident von Stichaner in Forst von den Schäden selbst ein Bild. Er nimmt die entstandenen Verwüstungen in Augenschein, die die Wassermassen hinterlassen haben.
Den Bewohnern der Gemeinde, die an der Besichtigung teilnehmen, verspricht er rasche Hilfe und beauftragt noch vor Ort Regierungsdirektor Bürgel und Bauinspektor Spatz damit, „die nöthigen Vorkehrungen zu treffen“.
Die Serie
Regelmäßig gehen die pfälzischen Regierungspräsidenten im 19. Jahrhundert auf Inspektionsreisen. Sie erfassen die Anliegen von Bürgern und Gemeinden, nehmen Straßen und Gebäude in den Blick. Dann berichten sie der bayerischen Regierung. Diese Dokumente sind eine gute Quelle und geben teils amüsante Einblicke.