Bad Dürkheim
Warum in Seebach ein Haus besonders weihnachtlich leuchtet
Weihnachtsmänner mit und ohne Rentierschlitten, einer im Ballon, Lichterketten, ein Schneemann, Weihnachtskerzen und mehr, vieles leuchtend oder gar blinkend: Das findet man im Vorgarten der Familie Breiling in der Klostergasse in Seebach. Das Ehepaar erweitert seit Jahren Stück für Stück die vorweihnachtliche Dekoration ihres Hauses.
Inspiriert wurden die beiden von der US-amerikanischen Variante der Adventsdekoration. Karl-Ernst Breiling hatte schon in den 1970er-Jahren, als er in Idar-Oberstein bei der Bundeswehr stationiert war, die geschmückten Fenster der US-Amerikaner in Baumholder gut gefallen. „Außendekos anzubringen, war damals nicht üblich, da gab es nur den Adventskranz und an Weihnachten den geschmückten Christbaum“, erklärt er, warum das für ihn etwas Besonderes war.
Als dann die älteste Tochter in den 1990er-Jahren in Los Angeles studierte und der Rest der Familie sie dort besuchte, war es um die Breilings endgültig geschehen. „Dort gibt es jede Menge Weihnachtsschmückereien, aber eine ganz spezielle Straße toppt alles“, berichtet der Dürkheimer. In der Candy Cane Lane seien die Häuser und Vorgärten wunderschön dekoriert und illuminiert wie in den besten amerikanischen Weihnachtsfilmen, schwärmen die Eheleute.
Nach der Rückkehr aus den USA schafften sie daher die ersten Figuren an und erweiterten über Jahre den Bestand. „Immer wenn uns etwas gefällt, kaufen wir wieder eine Figur dazu“, erzählt Breiling. Zwar sind es noch nicht so viele Lichter wie in der besagten Straße, aber die Herkunft der Inspiration für das Haus in die Seebacher Klostergasse ist nicht nur an den leuchtenden Candy Canes, einer typisch amerikanischen Weihnachtssüßigkeit, zu erkennen.
Ein bis eineinhalb Tage braucht Breiling immer, bis alles wieder am richtigen Platz steht. Manchen sei das ganze etwas zu kitschig, aber das sei schließlich Geschmackssache, findet er. Wenn die Seebacher Kinder mit leuchtenden Augen am Vorgarten stehen und die Breilings sogar drinnen das Lachen hören, freuen sie sich. „Das ist der Hauptgrund, warum wir so schmücken“, sagen sie. Da ist es dem Ehepaar auch egal, wenn die Stromrechnung im Dezember etwas höher ausfällt als üblich. „Dafür lassen wir dann mal ein anderes Licht aus“, erklärt Breiling lächelnd.
Eigentlich sei der Vorgarten nun voll genug, aber falls ihnen noch etwas gefallen sollte, würde sich sicher noch ein Plätzchen finden. Denn die Leidenschaft ist noch nicht erloschen.
So war es schon immer. Anfang der 2000er-Jahre war Breiling mit der Fußballmannschaft der Dürkheimer Spielbank, für die er 43 Jahre lang als technischer Leiter gearbeitet hat, bei einem Turnier in Tschechien. Auf der Rückfahrt hat er in einem grenznahen Asiamarkt einige Figuren und Nikoläuse gekauft. Der Markt sei ein Paradies für ihn gewesen, aber die großen Figuren im Auto unterzubekommen schon eine Herausforderung. Seine Frau lacht: „Da hast du ganz schön was geladen gehabt!“ Sie war zwar überrascht, aber auch erfreut über die neuen Prachtstücke.
Seit gut fünf Jahren hängen im ersten Obergeschoss des Einfamilienhauses außerdem Pakete und Kuscheltiere an den Fenstern. Die Idee haben Breilings aus dem Elsass. „Da haben wir die Stofftiere unserer inzwischen erwachsenen Töchter wieder vom Speicher runtergeholt,“ sagt Catharina Breiling. Sie kümmert sich auch um die Innendekoration. Nicht nur am Kaminsims hat sich im Laufe der Jahre so eine große Zahl an Weihnachtsmännern angesammelt.
Dass es mittlerweile auch in Deutschland üblich ist, Häuser und die Straßen zur Adventszeit festlich zu beleuchten, freut das Ehepaar. Sie loben außerdem das Engagement des Seebacher Kulturvereins: „Die haben eine schöne weihnachtliche Atmosphäre auf dem Dorfplatz geschaffen.“