Wachenheim
Wachtenburg: Ringmauer feierlich übergeben
Die Freude über den gelungenen Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Ringmauer Südost zwischen Ostturm und Südturm stand dem Vorsitzenden des Förderkreises, Dieter Weilacher, förmlich ins Gesicht geschrieben. Mit Stolz konnte er verkünden, dass mit dem Abschluss der Arbeiten, die im Jahr 2018 begannen, die Sicht auf die Burganlage imposant erweitert wurde.
„Ich bin sehr glücklich darüber, wie gut die Sanierungsmaßnahme geklappt hat und möchte mich bei allen Helfern, Sponsoren und Firmen, die teilweise Baumaschinen kostenlos zur Verfügung gestellt haben, bedanken“, sagte Weilacher. Die Sanierung sei nötig gewesen, weil die Mauer baufällig und eine Gefährdung der darunter liegenden Weinberge nicht auszuschließen war. Das Ergebnis der Arbeiten, deren Kosten von 594.000 Euro das Land, die Stadt Wachenheim und der Förderkreis jeweils zu einem Drittel übernehmen, kann sich sehen lassen. Neben einem soliden Mauerwerk, das der Burg einen frischen Glanz verleiht, ist auch ein begehbarer 45 Meter langer Zwinger, den man auch als Wehrgang bezeichnen kann, entstanden. Von dort aus können die Besucher den Blick in die Rheinebene in aller Ruhe genießen. „Ich erinnere mich noch genau, wie das Landesamt Speyer gefordert hat, dass vor der Sanierung archäologisch gegraben werden muss“, ergänzte Weilacher. Obwohl man damals darüber nicht sehr begeistert war, könne man im Nachhinein sagen, dass die archäologischen Grabungen unter Leitung von Holger Grönwald aus Dresden nötig waren. „Wir haben sehr viele interessante Funde machen und ganz wichtige Erkenntnisse über die Geschichte, Lage und Dimension der Burg sammeln können.“
Über 400 Kubikmeter Erde und Steine bewegt
So seien mit Hilfe von Archäologie-Studenten der Universität Freiburg und Mitgliedern des Förderkreises über 400 Kubikmeter Erde und Steine bewegt worden. „Ich blicke heute auf interessante Jahre auf der Wachtenburg zurück“, berichtete Grabungsleiter Grönwald. Die Arbeiten hätten bei allen Teilnehmern bleibende Eindrücke hinterlassen, zumal spektakuläre Funde gemacht wurden, zum Beispiel Ofenkacheln und Münzen aus dem 14. und 15. Jahrhundert sowie Schachfiguren aus dem 13. Jahrhundert. „Wir haben hier auf der Burg Einblicke in einen Zeithorizont vom ausgehenden 13. Jahrhundert bis in die frühe Neuzeit gewinnen können, wobei uns die Rahmenbedingungen und die Bedeutung der Anlage immer bewusster geworden sind“, erklärte der Wissenschaftler, der in Kürze alle wichtigen Erkenntnisse der Grabungen in einer fachlichen Publikation, die auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden soll, vorlegen möchte.
Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) freute sich, dass die Burg „wieder ein Stück größer geworden“ sei, dass wieder mehr zum Vorschein gebracht wurde. Besonders eindrucksvoll sei für ihn immer gewesen, mit wie viel Herzblut die Helfer oben auf der Burg zu Werke gingen. „Ohne den Förderkreis wäre es nicht möglich gewesen, die Burg in diesen Zustand zu versetzen, obwohl die aktuelle Maßnahme auch nur wieder ein Mosaikstein in dem großen Ganzen ist“, betonte Bechtel.
Seit 1984 etwa 5,2 Millionen Euro investiert
Weilacher zufolge ist 2022 unter anderem die Sanierung des Bergfried-Fundaments und der historischen Mauer oberhalb der Gaststätte geplant. Seit der Gründung des Förderkreises 1984 seien etwa 5,2 Millionen Euro in Erhalt und Erneuerung der Burganlage investiert worden. Dabei hätten die Mitglieder des Förderkreises und Freunde der Burg mehr als 106.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden auf dem Wahrzeichen der Stadt geleistet, das weit über deren Grenzen hinaus bekannt sei.
Weinprinzessin Svenja Hick zeigte die Gemeinsamkeiten des Förderkreises und der Winzerschaft auf. „Ein Winzer muss so viel Herzblut in die Pflege und Hege seiner Wingerte investieren, damit ein guter Tropfen entsteht. Genauso ist es mit der Wachtenburg. Nur durch das große Engagement und die liebevolle Pflege und Hege des Förderkreises ist die Wachtenburg zu dem geworden, was wir heute hier bestaunen können“, sagte Svenja I. Darauf könne man in Wachenheim sehr stolz sein.