Kreis Bad Duerkheim
Wachenheim: Wenn Wasser nicht wegfließt
Umgeben von Reben: So fahren viele Wachenheimer Kinder und Jugendliche gerne nach Bad Dürkheim zur Schule. Doch der sonst von Winzern genutzte Weg steht nach Regen teils kräftig unter Wasser. Das kritisiert Friedrich Reinert – und dass die Stadt nicht dagegen tue. Sie suche bereits nach einer Lösung, erklärt hingegen Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU).
Der Wirtschaftsweg schließt an die Straße Im Neustück am nordöstlichen Stadtrand an und führt mitten durch die Wingerte. Die schöne Landschaft lädt förmlich zum Fahrradfahren ein. Dieser Einladung folgen der Wachenheimer Nachwuchs auf dem Schulweg, Erwachsene auf dem Weg zur Arbeit und Touristen gerne. Die Strecke ist beliebt. „Da fahren mehr Leute als auf dem Radweg entlang der Landstraße 516“, sagt Friedrich Reinert.
Doch nach dem jüngsten Regenwetter haben sich ihm zufolge wieder mehrere riesige und kaum passierbare Pfützen gebildet. Das sei schlecht für die Schüler und keine gute Werbung für die Stadt, kritisiert er den Zustand des Wirtschaftswegs. Obendrein stellten die nassen Hindernisse in Kombination mit den losen Schottersteinen ein Sturzrisiko dar. Der Stadt wirft der Wachenheimer vor, dass sie daran noch immer nichts geändert habe, obwohl das Problem seit Jahren bekannt sei. Von einem Stadtratsmitglied habe er erfahren, dass ein entsprechender Antrag seit einem Jahr bei der Kreisverwaltung in Bad Dürkheim liege. „Es ist also Geld da, aber es passiert nichts“, sagt Reinert.
Bürgermeister Bechtel bestätigt Problem
„Da besteht Handlungsbedarf“, erklärt Bürgermeister Torsten Bechtel. Er sei selbst häufig auf dem Weg unterwegs, „und meine Söhne fahren darauf täglich zur Schule“. Er sei also mit der Lage vertraut. Den Vorwurf der Untätigkeit weist er auf Nachfrage zurück. Vor drei Jahren erst habe die Stadt einen etwa 300 Meter langen Abschnitt des ursprünglich unbefestigten Wirtschaftswegs für circa 53.000 Euro befestigt. Grundsätzlich sei er noch immer gut befahrbar. „Wir haben aber das Problem, dass bei Regen an zwei, drei Stellen das Wasser nicht abläuft. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn wir die komplette Oberfläche sanieren“, erklärt er.
Um das Problem zu lösen, müsse die Stadt stattdessen wohl topographisch eingreifen, was nicht zuletzt wegen der umliegenden Wingerte nicht so einfach und mit einem größeren Aufwand verbunden wäre. „Wir suchen nach einer Lösung“, bekräftigt Bechtel. Darüber hinaus müssten etwaige Maßnahmen natürlich mit den Eigentümern der Grundstücke abgestimmt werden. „Mir gefällt es auch nicht, dass dort das Wasser stehen bleibt“, sagt Bechtel. Zugleich hebt er hervor, dass die Stadt großen Wert auf einen ordentlichen Zustand sämtlicher Wirtschaftswege lege. Das zeige schon allein der außergewöhnlich hohe Eigenanteil der Kommune am Beitrag für deren Unterhalt. „Viele andere Gemeinden geben gar nichts oder höchstens fünf Prozent dazu“, erklärt der Verwaltungschef. Den Rest müssen dort die Winzer beziehungsweise Landwirte tragen. Wachenheim übernehme dagegen einen zweistelligen Prozentsatz.