Kreis Bad Duerkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Verbandsgemeinde Wachenheim: CO2 entsteht vor allem bei Wärme-Erzeugung

In Sachen Photovoltaik gibt es in der Verbandsgemeinde Wachenheim Nachholbedarf.
In Sachen Photovoltaik gibt es in der Verbandsgemeinde Wachenheim Nachholbedarf. ARCHIVFoto: DPA

Wie kann die Verbandsgemeinde Wachenheim klimaschädigende Emissionen senken? Ein Klimaschutzkonzept bietet dafür Ideen und Modelle an. Nun ist es vorgestellt worden.

Die Einstellung eines Klimaschutzmanagers, eine Photovoltaik-Offensive, Verkehrsvermeidung und Förderberatung: Das sind die Punkte, mit denen die VG Wachenheim hohe CO2-Einsparungen erreichen kann. Zu diesem Ergebnis kommt ein von der Verbandsgemeinde beauftragtes Klimaschutzkonzept.

Das von der EnergyEffizienz GmbH (E eff) und dem Iwu Institut Wohnen und Umwelt erstellte Papier wurde von Selma Janssen (E eff) im Verbandsgemeinderat vorgestellt. Als erstes Projekt warb sie für die Einstellung eines Klimaschutzmanagers. Diese neu zu schaffende Stelle in der Verwaltung wird mit 65 Prozent gefördert – für eine Dauer von drei Jahren. Danach gibt es die Möglichkeit der Verlängerung für weitere zwei Jahre mit 40 Prozent Förderung.

Klimaschutzmanager soll Projekte koordinieren

Der Rat verabschiedete das Konzept schließlich und sprach sich auch für die Schaffung der Stelle für zunächst drei Jahre aus. Ein Klimaschutzmanager soll laut Janssen Projekte und Fördermöglichkeiten koordinieren. „Wir haben die Welt erst so kompliziert gemacht, dass wir jetzt den Leuten helfen müssen“, wandte Anderas Berger (FDP) zwar ein, stimmte aber zu. Arnold Nagel (FWG) fragte, ob nicht ein gemeinsamer Manager für zwei Verbandsgemeinden möglich sei und ob es nicht schon viele Energieberater gebe. Janssen sagte, der Manager würde nicht nur Gebäude- und Energieberatung machen. Er sei eher dazu da, alle Projekte zu koordinieren.

Beigeordneter Stefan Heiser (CDU) fand: „Wir tappen in die gleiche Falle wie in der Vergangenheit und reden über Wirtschaftlichkeit.“ Die CO2-Einsparung aber sei das Ziel der Klimareduktion, „da bin ich gerne bereit, das auszugeben“.

Bei Wärme und Strom noch Einsparpotenziale

Zunächst gab Janssen eine Analyse der aktuellen Lage der VG. Wärme mache den größten Anteil des CO2-Ausstoßes in der VG aus. Die meisten Emissionen stammen in der VG Wachenheim demnach aus Privathaushalten (54 Prozent), der Verkehr mache 37 Prozent aus, das Gewerbe hingegen nur sieben. Bei Wärme und Strom gebe es in der Verbandsgemeinde Wachenheim noch hohe Einsparpotenziale. Etwa durch mehr Photovoltaikanlagen, da Wasser- und Windkraft in der VG nicht möglich sei. Beim Thema Wärme sieht die Agentur hohes Potenzial bei der Biomasse, durch Nutzung des Waldbestandes oder Tresters. Auch durch Solarthermie und Sanierungen der Wohngebäude und Liegenschaften seien Einsparungen möglich. Die Belastungen durch den Verkehr würden auch in der VG Wachenheim eher steigen. Margaret Kierney (Grüne) sagte, es sei schade, dass es keinen eigenständigen Umweltausschuss gebe.

Grüne haben mit ihrem Antrag keinen Erfolg

Keinen Erfolg hatte ein Antrag der Grünen. Dieser sollte laut Fraktionssprecher Thorsten Teschner das eben Beschlossene ergänzen und erweitern. Demnach solle sich die VG unter anderem verpflichten, auf Klima, Nachhaltigkeit und Artenschutz zu achten. Bei jeder Entscheidung sollten die Auswirkungen auf die Umwelt berücksichtigt werden. Beschlussvorlagen sollten in Zukunft nicht nur finanzielle Auswirkungen, sondern auch Auswirkungen auf Klima, Umwelt und Artenschutz berücksichtigen. Außerdem sollten andere Kommunen, die Länder und die Bundesrepublik aufgefordert werden, ebenso eine Selbstverpflichtung zur Nachhaltigkeit und zum Klimaschutz auszurufen.

CDU: Gegen moralischen Zeigefinger

„Die CDU kann diesem Antrag so nicht zustimmen, wir sind drei Schritte weiter“, sagte Uwe Siegrist. Der Antrag sei Symbolpolitik, der die Bürokratie aufblähe. Er sei dagegen, den moralischen Zeigefinger zu heben. Es stimme nicht, dass Projekte nicht umgesetzt würden. Die Stadtwerke hätten überhaupt keine freie Dachfläche für Photovoltaik mehr.

Teschner widersprach. Es sei die Kernaufgabe des Gremiums, politische Führung zu zeigen. Symbolpolitik könne er nicht erkennen. Hans-Jürgen Häfner (SPD) sagte: „Wir machen unsere Arbeit in diesem Rat seit Jahrzehnten richtig.“ Die SPD werde dem Antrag so nicht zustimmen. Er erwarte einen konkreten Vorschlag, sagte Marcus Scholz (CDU).

Heike Ditrich (FWG) sagte, der Antrag erfülle ein wichtiges Thema. „Klimaschutz geht jeden von uns an.“ Die VG trage ihren Anteil bei, „dabei sollten wir es bewenden lassen“. Ditrich sagte, man könne über eine Dokumentenänderung die Nachhaltigkeitsprüfung ergänzen. „Das würde implizieren, wir hätten das nicht gemacht, ich bin kein Fan von politischer Selbstbefriedigung“, sagte VG-Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU). Bei sieben Ja-Stimmen und drei Enthaltungen wurde der Antrag abgelehnt.

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