Kreis Bad Duerkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Verbandsgemeinde Wachenheim: Bürgerbus soll 2020 rollen

Bürgermeister Torsten Bechtel (links) und die Experten der Agentur Landmobil informierten über das Bürgerbus-Konzept.
Bürgermeister Torsten Bechtel (links) und die Experten der Agentur Landmobil informierten über das Bürgerbus-Konzept. Foto: Franck

Nachdem der Wachenheimer Verbandsgemeinderat im September grünes Licht für die Einrichtung und den Betrieb eines Bürgerbusses gegeben hat, könnte dieser im Sommer 2020 starten. Derzeit wird mithilfe der Mobilitätsexperten der Agentur Landmobil und den Bürgern der Verbandsgemeinde ein Konzept entwickelt.

Mit dem kostenfrei nutzbaren Bürgerbus könnte gewährleistet werden, dass vor allem die älteren Bewohner der Verbandsgemeinde bequemer ihre Arztbesuche, Einkäufe, Friseurtermine, Apotheken- oder Behördengänge erledigen können.

Auf der Informationsveranstaltung, zu der die Verbandsgemeinde und die Agentur Landmobil am Donnerstag geladen hatten, konnten sich etwa 60 Interessierte, darunter auch die Ortsbürgermeister und einige Beigeordnete und Stadträte aus Ellerstadt, Gönnheim, Friedelsheim und Wachenheim, darüber informieren lassen, wie das Konzept eines gut funktionierenden Bürgerbusses aussehen könnte. Die Referenten Holger Jansen und Ralph Hintz von der Agentur Landmobil haben als erfahrene Bürgerbusexperten in den vergangenen neun Jahren in Rheinland-Pfalz etwa 60 Bürgerbusse komplett neu auf die Straße gebracht. Auf die Frage, ob so ein Projekt denn auch nachhaltig sei, antworteten sie, dass bisher noch kein eingerichteter Bürgerbus seinen Betrieb einstellen musste. Probleme mit ortsansässigen Taxiunternehmen habe es in Rheinland-Pfalz auch noch nie gegeben, da die Konzepte Taxi und Bürgerbus zu unterschiedlich seien.

Keine geeigneten Elektro-Modelle

Fahrten, deren Ziel außerhalb der Verbandsgemeinde liegen, könnten selbstverständlich auch angeboten werden, wenn das die verantwortlichen Planer so beschließen würden. Von der Anschaffung eines Elektrobusses wurde seitens der Experten abgeraten, da es zurzeit keine für den Bürgerbusbetrieb geeigneten Modelle gebe. Die Größe des Teams, das die Fahrten organisiert sollte zu Beginn zehn bis 15 Personen umfassen, wenn der Betrieb gut laufe, wäre es sinnvoll, mit 25 bis 30 ehrenamtlichen Helfern zu arbeiten, so die Experten. Ob der Bus denn auch zur Wachtenburg fahren würde, wollte ein Teilnehmer wissen. Auch das müsse das Planungsteam entscheiden.

Die Frage nach den Anschaffungskosten wurde mit 30.000 Euro für einen voll ausgestatteten Bus beantwortet. Rollstuhlfahrer könnten nur dann befördert werden, wenn sie den Stuhl verlassen könnten, um auf einer Sitzbank Platz zu nehmen. Am Ende der Veranstaltung warb der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Torsten Bechtel (CDU), dafür, sich an der weiteren Planung und Entwicklung des Bürgerbusses zu beteiligen, denn das Projekt könne nur mit dem Engagement der Bevölkerung zu einer Erfolgsgeschichte werden. So seien beispielsweise Fahrer, Mitarbeiter im Telefonteam, der Organisation oder im Bereich Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit gesucht.

Weitere Veranstaltung im Januar

Bei der Planungsveranstaltung, die Mitte Januar 2020 stattfinden wird, soll dann eine Reihe praktischer Fragen geklärt werden wie: An welchen Tagen fährt der Bus zu welchen Uhrzeiten? Wie kann ich den Bus bestellen? Wie können Fahrpläne erarbeitet werden? Welche Kosten entstehen? Welche Ziele werden nicht angefahren?

Ob es nicht doch eine Möglichkeit gebe, auf E-Mobilität bei der Anschaffung des Busses zu setzen, wolle Bürgermeister Bechtel, der dabei auf die Spende der Sparkasse Rhein-Haardt in Höhe von 25.000 Euro zurückgreifen kann, noch prüfen. Wenn alles klappt und die neuen Mitarbeiter entsprechend geschult wurden, kann der Bus im Sommer die ersten Fahrgäste befördern.

Info

Wer ehrenamtlich beim Bürgerbus mit-helfen möchte, kann sich unter der E-Mail-Adresse t.bechtel@vg-wachenheim.de oder bei den Bürgermeistern in der Verbandsgemeinde melden.

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