Kreis Bad Duerkheim Verärgerte Hoteliers

Weitreichende Folgen des Gästebeitrags: Die Deidesheimer Hoteliers und Gastronomen befürchten Umsatzeinbußen.
Weitreichende Folgen des Gästebeitrags: Die Deidesheimer Hoteliers und Gastronomen befürchten Umsatzeinbußen.

Seit Anfang des Jahres verlangt die Verbandsgemeinde Deidesheim zwei Euro pro Urlaubsgast und Aufenthaltstag. Hoteliers monieren, dass Verbandsgemeinde und Stadt sie vor vollendete Tatsachen gestellt hätten. Erste Stornierungen seien bereits eingegangen.

Die Gewerbetreibenden kritisieren unter anderem die Art und Weise, wie der Gästebeitrag beschlossen wurde. Als die Abgabe geplant worden sei, „hätte man sich im Vorfeld mit den Betrieben zusammensetzen und über die Einzelheiten diskutieren müssen“, sagt Artur Hahn, Eigentümer des Hotel-Restaurants Deidesheimer Hof. Die Verbandsgemeinde habe zwar zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Die Verträge seien da aber schon abgeschlossen gewesen. Sebastian Steuber, Hoteldirektor der Häuser Ketschauer Hof und Kaisergarten Spa, hält die Vorgehensweise von Stadt und Verbandsgemeinde für „teils sehr unglücklich“. „Übernachtungsgäste mit einer zusätzlichen Gebühr zu belasten, ohne dass sie eine direkte Gegenleistung erhalten, wird auf viel Unverständnis stoßen“, sagt Steuber. Geschäftsführer Ingo Swoboda wird noch deutlicher: „Grundsätzlich gibt es keine Einwände, wenn eine Kommune Beiträge beschließt und erhebt.“ Aber das oberste Gebot sei, mit den Betroffenen vor dem eigentlichen Beschluss zu sprechen. Er wünsche sich ein Tourismuskonzept, in dem aufgezeigt werde, wofür die zusätzlichen Einnahmen verwendet werden und welche Gegenleistung die Kommune den Gästen in der Stadt biete. Norbert Funk, Betreiber der Ferienwohnung Königsgarten, fühlt sich von der Stadt völlig im Stich gelassen. Auch er kritisiert, dass für die zusätzliche finanzielle Erhebung keine Gegenleistung in Aussicht gestellt werde. „Bad Dürkheim bietet bei zwei Euro beispielsweise die kostenlose Nutzung des Stadtlinienverkehrs oder des öffentlichen Nahverkehrs bis Deidesheim und Freinsheim an“, erklärt Funk und ergänzt: „In Bad Füssing erhalte ich bei sieben Übernachtungen und zwei Euro Kurtaxe einen Gegenwert von 100 Euro.“ Die Verbandsgemeindeverwaltung hat ihm in einem Schreiben mitgeteilt, dass eine Gästekarte mit Ermäßigungen nicht vorgesehen sei. Stattdessen sollten die Einnahmen aus dem Gästebeitrag zweckgebunden für Touristisches verwendet werden. Als Beispiele wurden die Neugestaltung des Schlossgrabens des Buhl’schen Parks oder die Sanierung der Brücke am Park des Steigenberger Hotels genannt. Nicht ganz einfach sei es, den Gästen die Notwendigkeit des Beitrags zu erklären. „Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu erläutern, dass Deidesheim den Beitrag nutzt, um finanzielle Defizite im Haushalt zu begleichen“, sagt Steuber. Weitreichend seien auch die Folgen hinsichtlich der Buchungszahlen. Funk berichtet von über 30 Stornierungen in den vergangenen Wochen: „Bei mir sind häufig Wochenendgäste, die Familienfeste in Weingütern feiern. Sie fahren jetzt lieber mit einem Großraumtaxi nach Hause und ersparen sich den Gästebeitrag.“ Hahn ist überzeugt: „Wegen der ständig steigenden Gebühren ist eine touristische Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr gewährleistet.“

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