Kreis Bad Duerkheim Ursprung im Jahr 1223 vermutet

In der vergangenen Woche bekamen wir, das Seelsorgeteam von Bad Dürkheim, in unserem Teamgespräch unerwarteten Besuch. Kinder des katholischen Kindergartens von St. Ludwig mit ihren Erzieherinnen kamen ins Pfarrhaus, um uns allen ein gutes Neues Jahr zu wünschen. Zuvor hatten sie unsere Pfarrkirche St. Ludwig besucht, um die dort aufgebaute Weihnachtskrippe zu besichtigen. Davon erzählten sie uns mit Begeisterung. In vielen Haushalten und Kirchen wurde in den vergangenen Tagen der Weihnachtsschmuck entfernt und die Weihnachtsbäume entsorgt. Auch die Krippen wurden teilweise abgebaut. In manchen Kirchen stehen sie noch bis zum Fest der Darstellung des Herrn (Mariae Lichtmess), das wir am 2. Februar feiern. Weihnachtskrippen? Woher kommt dieser Brauch? Am Weihnachtsfest des Jahres 1223 stellte Franz von Assisi in einem Wald eine Futterkrippe mit lebenden Tieren auf. Manche sehen darin den Ursprung. Im Jahre 1291 wurden in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore die ersten Krippenfiguren aufgestellt. Im 16. Jahrhundert bauten Jesuiten große, wertvolle Krippen. Einen regelrechten Krippenboom gab es im 17. und 18. Jahrhundert. Damals wurden sogar Krippenverbote erlassen, etwa in Bayern im Jahre 1802, im Zeitalter der Aufklärung. Man war bestrebt das Denken von der Vernunft prägen zu lassen und nicht von der Volksfrömmigkeit, die mit der Krippendarstellung oft verbunden war. Doch die Krippen waren so beliebt geworden, dass immer mehr Familien eigene bauten oder bauen ließen. König Ludwig I. hob das Krippenverbot in Kirchen wieder auf. Seit dem 19. Jahrhundert gehört die Krippe zum Weihnachtsfest. So bietet sich uns die Gelegenheit in vielen Kirchen bis zum 2. Februar das Weihnachtsgeheimnis durch die noch vorhandenen Krippen nachzuempfinden. In Deidesheim ist die sogenannte Osterrieder Krippe aufgebaut. Der Künstler Sebastian Osterrieder, 1864 in Abensberg geboren, war ein Bildhauer. Er gilt als der Mann, der die Weihnachtskrippe neu entdeckte und schließlich zur Blüte brachte. Nach einer Bäckerlehre begann er mit 26 Jahren ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München. In Rom lernte er die neapolitanische Krippenkunst kennen. Er begann Weihnachtskrippen zu modellieren. Nachdem namhafte Kunden wie Prinzregent Luitpold, Kaiser Wilhelm II. und Konrad Adenauer eine Osterrieder Krippe bestellt hatten, verbreiteten sie sich bis nach Schweden, USA und Mexiko. Viele seiner Krippen sind heute verschollen. Osterrieder starb 1932 in München. Auch die große Krippe im Speyerer Dom lädt zu einem Besuch ein. Nutzen wir die Gelegenheit! Viele Kirchen in Stadt und Land laden dazu ein. —Andreas Matheis, Diakon, in der katholischen Pfarrei Hl. Theresia vom Kinde Jesus, Bad Dürkheim