Kreis Bad Duerkheim Steinerne Sandstein-Pranke
Auch wenn sie sehr alt ist: Diese Tatze einer Raubkatze kann man noch gut erkennen. Du findest sie in der Villa rustica, dem römischen Landgut bei Wachenheim. Der übrige Tierkörper ist nicht mehr erhalten, aber er muss ziemlich groß gewesen sein! Die Pranke aus Sandstein ist der Rest eines Löwen. So erklärt es eine Informationstafel daneben. Darauf steht auch, dass der Löwe zu einem Grabmal gehörte.
Vor etwa 2000 Jahren begannen die Römer mit dem Bau der Villa rustica. Im Lauf der Zeit gestalteten sie das Anwesen immer größer und prächtiger. Zu den Gebäuden gehörten ein stolzes Herrenhaus und Bäder mit Bodenheizung. Wer reich genug war, ließ sich nach seinem Tod sogar ein Grabdenkmal setzen. Damit wollte man für später lebende Menschen im Gedächtnis bleiben. Viel blieb von den Denkmälern aber nicht übrig. Die Löwentatze ist einer der wenigen Reste. Man schätzt, dass sie um die 1900 Jahre alt ist! Vielleicht fragst du dich, was eine Raubkatze mit einem Verstorbenen zu tun hat. Das erklären Wissenschaftler so: In früher Zeit galten Löwen nicht nur als Herrscher über alle Tiere, sondern auch als Sinnbild der Wachsamkeit. Sie sollten die Toten und ihre Gräber bewachen und böse Geister vertreiben. Vier bis fünf Jahrhunderte lang war die Villa rustica bewohnt, dann wurde sie verlassen und die Bauten verfielen. Erst vor knapp 40 Jahren hat man zufällig wieder Mauerteile entdeckt. Heute wachsen um die Reste der Grabdenkmäler einige Bäume und Sträucher. Wie schön ihre bunten Herbstblätter aussehen! Aber schon weht der Wind ihre leuchtende Pracht von den Zweigen. Übrigens war es schon bei den Römern üblich, Gräber mit Pflanzen zu schmücken. Ihr Wachsen und Welken erinnert daran, dass das Leben blüht und vergeht.