Wachenheim
Steigende Gaspreise: Hunderte Euro mehr im Jahr
Final wird der Stadtrat über die Erhöhung entscheiden. Eine vierköpfige Familie könnte dann etwa 400 Euro mehr im Jahr bezahlen, rechnet Werkleiter Dieter Panzer vor. Bisher zahlt die überwiegende Mehrheit (etwa 75 Prozent) der 1500 Kunden einen Tarif von brutto 5,24 Cent pro Kilowattstunde. Ab Januar sind nun 7,56 Cent vorgesehen. Das Votum zur Gaspreiserhöhung im Werkausschuss fiel einstimmig. Bei den stark gestiegenen Beschaffungskosten für Gas komme man nicht umhin, die Preissteigerungen ab 1. Januar an die Kunden weiterzugeben, sagte Panzer, der die Erhöhung bedauert. „Wir haben keine andere Chance“, sagte er auf Nachfrage. 2020 konnte man noch einen Bonus an die Gaskunden zurückgeben, das Jahr 2021 sei stabil und gut geplant gewesen, so Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU).
Wegen der stark schwankenden Preise an der Energiebörse habe man sich entschlossen, eine Preisgarantie von sechs Monaten zu geben, und zu beobachten, was sich an der Gasbörse tut, so Bechtel. Sinken die Beschaffungskosten wieder, soll das mit der Ausschüttung eines Treuebonus an die Kunden zurückgegeben werden. Die Preise für Wasser und Elektrizität bleiben für die Kunden der Stadtwerke im kommenden Jahr stabil.
Defizit beim Freibad
Der Vertreter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Burret, Michael Entgelter, berichtete, dass die Stadtwerke 2020 einen Gewinn von 236.000 Euro gemacht haben. Das sei ein „guter Gewinn“ aber kein überzogener, ordnete der Wirtschaftsprüfer das Ergebnis ein. Die Stadt bekam von den Werken Konzessionsabgaben in Höhe von knapp 215.000 Euro.
Der von der Stadt übernommene Defizit beim Freibad belief sich 2020 auf gut 138.000 Euro und war damit um 22.000 Euro höher als im Vorjahr. Coronabedingt, wie Bechtel erläuterte, denn man brauchte 1,5 Stellen mehr, um den schwieriger gewordenen Schwimmbadbetrieb stemmen zu können. Dafür sei das Wachenheimer Schwimmbad das einzige im Umkreis gewesen, das weiter Schwimmkurse angeboten habe. Bechtel rechnete für das Jahr 2021 aus diesen Gründen mit einem noch höheren Verlust beim Freibad. Die Stadtwerke verfügen über ein Anlagevermögen von 7,7 Millionen Euro, die Kurve steigt bei der Entwicklung des Eigenkapitals kontinuierlich, bestätigte der Wirtschaftsprüfer. Die Werke verfügen über liquide Mittel von 1,2 Millionen Euro, 22.000 Euro mehr als im Vorjahr.
Empfehlung an den Stadtrat
Der Werkausschuss beschloss die Empfehlung an den Stadtrat, den Planungsauftrag für die Errichtung einer Halle am neuen Betriebsgebäude der Stadtwerke „Am alten Galgen“ für 20.000 Euro zu vergeben. Das Wasserwerk soll einen gebrauchten Elektro-Stapler für knapp 19.000 Euro bekommen. Die Estricharbeiten im neuen Betriebsgebäude vergab der Ausschuss eigenständig für 9500 Euro (11.000 Euro brutto). In der Weinstraße soll auf 125 Meter bis zur Kreuzung „Am Königswingert“, im Zuge der Glasfaserverkabelung zusätzlich ein Leerrohr für knapp 7000 Euro netto (7600 brutto) verlegt werden.