Kreis Bad Duerkheim Spendentransporte für ukrainische Flüchtlinge

Christoph Ziegler und seine Kollegen laden am Mittwoch einen ersten Bus voll mit Spenden.
Christoph Ziegler und seine Kollegen laden am Mittwoch einen ersten Bus voll mit Spenden.

So groß das Leid und die Not sind, die der russische Angriff auf die Ukraine ausgelöst haben, so groß ist die Hilfsbereitschaft auch im Kreis Bad Dürkheim. Viele Privatleute haben Spendenaktionen gestartet und Hilfskonvois organisiert. Die Resonanz ist riesig.

Nachschub dringend nötig

Am Donnerstag fährt Christoph Ziegler von den Dürkheimer Medienagenten gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Durst mit einem voll gepackten VW-Bus Richtung Westukraine. Die Spendenaktion lief so erfolgreich, dass ein weiteres Fahrzeug voll wird: Am Freitag macht sich auch der Leistadter Daniel Frost mit einem 7,5 Tonnen schweren Wohnmobil auf den Weg, um den ukrainischen Kriegsflüchtlingen zu helfen. Erste Anlaufstation ist der aus Erpolzheim stammende und jetzt in Polen lebende Dieter Neckerauer, der selbst regelmäßig an die Grenze nach Hrebenne fährt und sich jetzt auf Nachschub freut. Denn das Leid werde immer schlimmer, da jetzt zunehmend Flüchlinge aus dem hart umkämpften Ostgebieten zur polnischen Grenze vorstoßen, weiß Ziegler. Deshalb seien auch Sachspenden nach wie vor wichtig. „Es ist gut, wenn man gleich etwas hat, das man den Kindern geben kann“, sagt Ziegler, der neben Medikamenten und Hygieneartikeln auch Feldbetten und aufblasbare Matratzen im Gepäck hat.

Wöchentlicher Transport

Die Wachenheimerin Brigitte Lorz, die mit Freundin Melanie Kolb aus Obrigheim vor gut einer Woche eine Hilfsaktion mit dem Namen „Obrigheim hilft – die VG Wachenheim hilft mit“ gestartet hat, ist von der Spendenbereitschaft überwältigt. „Ich bin mit der Hilfsbereitschaft sehr zufrieden und bedanke mich dafür sehr“, sagt Lorz. Bisher hätten sich vier Sattelschlepper und drei weitere Transportfahrzeuge aus Obrigheim auf den Weg in die polnische Stadt Tomaszów Lubelski gemacht, um die dort gestrandeten Flüchtlinge mit Hilfsgütern zu unterstützen. Künftig soll es wöchentlich einen Transport in den südpolnischen Ort geben. „Im Moment benötigen wir keine Sachspenden mehr. Ich melde mich, wenn wir wissen, was benötigt wird“, sagt sie, bittet um weitere Geldspenden über PayPal an Meli.krueger@me.com mit dem Stichwort „Ukraine“.

Essen und Medikamente

Heute, Donnerstagfrüh, fahren vier Lastzüge, jeweils doppelstöckig mit Paletten mit Lebensmitteln und Medikamenten beladen, von Gönnheim Richtung Osten. Ihre Ladung ist für ein Flüchtlingsauffanglager für Ukrainer in Zamosc/Polen bestimmt. Insgesamt werden es wohl an die 230 Paletten sein. Organisiert haben die Hilfsaktion Sabine und Jochen Theisen aus Gönnheim sowie der Dürkheimer Markus Nachbauer. 30 Paletten sind mit Medikamenten bestückt, darunter auch verschreibungspflichtige Medikamente wie Insulin und Betäubungsmittel. Man habe vom Ärzteverband die Freigabe dafür bekommen, berichtet Jochen Theisen. Nach dem Stand vom Mittwoch fahren zwei Kleinbusse in dem Konvoi nach Polen mit, die auf dem Rückweg etwa 15 ukrainische Flüchtlinge mit hierher nehmen können.

Dankbarer Ortschef

Erpolzheims Bürgermeister Alexander Bergner dankt allen Unterstützern der örtlichen Spendenaktion. Mit dem Ansturm habe niemand gerechnet: „Am Samstag und am Montag war der große Saal im Bürgerhaus voll.“ Die Ortsfeuerwehr habe mit den Kallstadter Kameraden und Privatmann Gerd Zahnhausen die Fahrzeuge gestellt und mit sieben Lkw-Fahrten den schnellen Transport ins Sammellager der Diakonie in Speyer ermöglicht. Er dankt auch den 14 Helfern, die die Spenden annahmen, sortierten und verpackten. „Überrascht waren wir, das 60 Prozent der Spenden von außerhalb kamen.“

In die Flüchtlingsunterkunft im polnischen Zamosc werden die Spenden aus Gönnheim transportiert. 30 Paletten sind allein mit Med
In die Flüchtlingsunterkunft im polnischen Zamosc werden die Spenden aus Gönnheim transportiert. 30 Paletten sind allein mit Medikamenten bestückt. Vier Lastzüge wurden beladen.
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