Kreis Bad Duerkheim Sorge belastet Alltag

Derzeit genieße ich meinen Urlaub, den ich zu Hause verbringe. 14 Tage lang hatten wir einen Gast aus der Ukraine, Marjana, 32 Jahre aus Lviv (Lemberg). Mit ihr unternahmen wir einiges. Neben dem Besuch im Speyerer Dom waren wir auch in Bad Dürkheim. Dort besuchten wir St. Ludwig und den Kurgarten. Marjana kam erstmals vor 20 Jahren zu uns. Dies wurde über die Pfarrei vermittelt. In all den Jahren hat sie uns siebenmal besucht. Sie ist mittlerweile verheiratet und hat ein dreijähriges Kind. Gemeinsam mit ihrer Familie und ihren Eltern lebt sie in einer 40 Quadratmeter großen Stadtwohnung in Lviv. Sie ist ausgebildete Lehrerin. Sie bekam aber keine Stelle und arbeitet derzeit als Schulsekretärin. Marjana ist griechisch-katholisch, das heißt, sie gehört einer mit Rom uniierten Ostkirche an. In der Ukraine gibt es drei Kirchen. Zunächst ist es die römisch-katholische Kirche, die einst mit der polnischen Bevölkerung eng verbunden war. Heute ist sie zwar mehrheitlich polnisch geprägt, doch gehören zu ihr auch Ukrainer und Vertreter anderer Nationen. Die Identitätsgeschichte der anderen beiden katholischen Kirchen ist von den Unionen des 16. und 17. Jahrhunderts geprägt. In ihrer Folge entschlossen sich Teile der orthodoxen Kirche, mit Rom die Kommuniongemeinschaft wieder aufzunehmen. Die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche schloss ihre Union 1596, die griechisch-katholische Diözese Mukachevo 1646. Von der orthodoxen Welt wurden diese Unionen sehr kritisch und als Eingriff in die orthodoxen kirchlichen Strukturen interpretiert. Im Gegensatz zur orthodoxen Gruppierung stehen die drei katholischen Kirchen in voller Kirchengemeinschaft untereinander und erkennen den Papst als Oberhaupt an. Marjana konnte schöne, unbeschwerte Tage in der Pfalz verbringen. Viele positive Eindrücke und Erfahrungen konnte sie in dieser Zeit sammeln. Trotzdem, die Sorge um die Krise in ihrem Heimatland belastet sie sehr. Flüchtlinge aus dem Osten des Landes, die in ihre Stadt fliehen, beeinflussen den Alltag. Die ständige Angst, dass die Lage immer mehr eskaliert, drängt sich auf. Darüber hinaus kommen fehlende finanzielle Mittel und Möglichkeiten noch hinzu. An einem Samstag haben wir sie zum Busbahnhof Mannheim gebracht, wo sie um 6.15 Uhr abfuhr. Die Heimreise dauerte 25 Stunden. Wir hoffen, dass sie uns auch im nächsten Jahr wieder besuchen wird.