Dirmstein
Soccerpark Dirmstein: Bis zu 500 Gäste pro Tag
Die Frau mit den langen blonden Haaren stellt sich als Christina vor. Den rund 20 Gästen erklärt sie in den kommenden Minuten die Geschichte des Soccerparks Dirmstein und die Spielregeln des Sports, mit dessen Hilfe der Park seit fast 20 Jahren ein erfolgreiches Geschäft betreibt. Christina, das ist die 35-jährige Christina Vogl, die hier seit fünf Jahren als Betriebsleiterin arbeitet.
Die Gruppe, vor der sie an diesem Donnerstagabend steht, ist auf Einladung der Verbandsgemeinde (VG) Leiningerland nach Dirmstein gekommen. Rund die Hälfte der Teilnehmer wohnen in dem Weindorf, der Rest kommt aus Orten wie Kleinkarlbach oder Ebertsheim. „Wir mussten auslosen, die Nachfrage war sehr gut“, sagt Sandra Schnober, Mitarbeiterin der VG-Verwaltung in den Bereichen Touristik und Wirtschaftsförderung. Gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten der VG, Kay Kronemayer (FWG), organisiert sie seit diesem Jahr sogenannte Abendspaziergänge, bei denen sich Bürger über jeweils zwei ortsansässige Betriebe informieren können. Im Dirmsteiner Fall führt der zweite Besuch an diesem Abend ins Weingut Schmitt. „Wir wollten mehr im Bereich Wirtschaftsförderung machen“, erklärt Schnober die Idee, die mit dem Spaziergang in Dirmstein bereits zum dritten Mal umgesetzt wurde. Vier Orte der VG pro Jahr sollen auf diese Art besucht werden.
Bis zu 500 Gäste an einem Tag
Weil die Betriebsgröße es nicht in jedem Fall zulasse, werden die Gruppengrößen beschränkt. 35 Menschen hatten Interesse an einer Teilnahme in Dirmstein, 20 konnten dabei sein. Die meisten von ihnen kennen Fußballgolf noch nicht. Da lohnt es sich für Christina Vogl, die Regeln noch einmal zu erklären. Grob gesagt: Sie sind dem echten Golf sehr ähnlich, nur dass eben ein Fußball mithilfe der eigenen Füße in die Löcher bugsiert werden muss. Vogl betont, es spiele sich mehr wie echtes Golf, nicht wie Minigolf.
Die Betriebsleiterin will zwar keine Geschäftszahlen nennen, versichert aber, dass der Soccerpark seit seiner Eröffnung 2006, als er der erste seiner Art in Deutschland war, stetig gewachsen sei. Der besucherstärkste Tag im Jahr? „Der Vatertag, da geht’s richtig rund“, verrät Vogl im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Bis zu 500 Gäste an einem einzigen Tag erwartet das Team rund um Vogl dann auf dem Gelände. Vor allem für Kindergeburtstage, Betriebs- und Vereinsausflüge sei der Soccerpark eine beliebte Anlaufstelle, auch weil es auf dem Gelände ein Restaurant mit angeschlossenen Beachsoccer- und Beachvolleyball-Feldern gibt. Ist die Anlage mit den zwei Parcours an Wochenenden gut besucht, gebe es unter der Woche noch freie Kapazitäten, um mehr Besucher anzulocken. Eine Erweiterung des Angebots gab es zuletzt 2023 mit dem Schnellduell-Bereich, in dem sich Besucher an Schießständen in einem Dutzend verschiedener Sportarten duellieren können.
Austragungsort für Turniere
Im Fußballgolf hat sich im Laufe der Jahre eine eigene, internationale Community etabliert. In Deutschland gibt es nach dem Vorbild eines Franchise-Systems inzwischen neun Anlagen, die der in Dirmstein nachempfunden sind. Als Austragungsort für Turniere zieht es Spieler aus aller Welt auch regelmäßig ins Leiningerland. „Zur Dirmsteiner Kerwe haben wir hier die German Open“, sagt Christina Vogl. Rund 200 Teilnehmer erwartet die Betriebsleiterin an dem Wochenende. Alle müssen dann in Hotels in der Nähe untergebracht werden.
Das Kernteam besteht neben Vogl aus Gründer Alex Kober und dem Greenkeeper der Anlage. Darüber hinaus wird rund ein Dutzend saisonaler Hilfskräfte beschäftigt. Christina Vogl erzählt, dass sie oft zwischen Kundenempfang, Einweisungen ins Spiel und dem Büro rotiere. Die Arbeit mache ihr Spaß. „Ich war noch nie bei einem Arbeitgeber so lange wie hier“, sagt die Frau aus Eisenberg, die nach eigenen Angaben Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Tourismus studiert hat und unter anderem für das Kreuzfahrtunternehmen Aida die halbe Welt bereist hat. An Ideen, das Angebot im Dirmsteiner Soccerpark auszubauen, mangelt es Vogl zufolge nicht. Spruchreif sei aktuell aber keine davon.