Corona-Absagen RHEINPFALZ Plus Artikel So sollen Kommunion und Konfirmation nachgeholt werden

Die Wachenheimer Konfirmanden möchten noch in diesem Jahr ihr Bekenntnis ablegen.
Die Wachenheimer Konfirmanden möchten noch in diesem Jahr ihr Bekenntnis ablegen.

Kommunion, Konfirmation, Taufen und kirchliche Trauungen mussten in den letzten Monaten ausfallen. Doch wie können die Feierlichkeiten nachgeholt werden? Manche Kirchengemeinde möchte die Konfirmation noch in diesem Jahr feiern, andere verschieben um ein ganzes Jahr. Für die Kommunion ist noch keine Entscheidung gefallen.

Den Ausfall der Konfirmation in Bad Dürkheim nennt Pfarrer Frank Biebinger „einen Schlag für die Konfirmanden“. Eineinhalb Jahre hätten sich die jungen Menschen darauf vorbereitet und dann kam kurz vorher im März die Absage. „Dass die Konfirmation ausgefallen ist, gab es noch nie, nicht einmal im Krieg.“ Die feierliche Segnung ist ein wichtiger Termin in der evangelischen Kirchengemeinschaft. Biebinger, Pfarrerin Angela Wolter und Dekan Stefan Kuntz, die gemeinsam die protestantische Kirchengemeinde Bad Dürkheim leiten, haben sich nun darauf verständigt, die Konfirmation komplett ins nächste Jahr zu verschieben. „Die Leute müssen doch auch planen“, meint Biebinger. Details wie genaue Termine für 2021 und ob Gruppen aus verschiedenen Ortsteilen zusammengefasst werden, stehen noch nicht fest. Biebinger und die Kollegen hoffen auf eine entspanntere Lage im nächsten Jahr.

„Nikos“ begnügen sich mit Online-Angeboten

Die kleinen Gruppengrößen des diesjährigen und nächsten Jahrgangs machen es möglich, dass in den protestantischen Gemeinden in Kallstadt, Erpolzheim, Weisenheim am Berg, Herxheim am Berg und Bobenheim am Berg 2021 ebenfalls eine gemeinsame Konfirmation stattfinden kann. „Die meisten Familien haben den Wunsch geäußert, nicht in die dunkle Jahreszeit zu wechseln, sondern gleich um ein ganzes Jahr zu verschieben“, erzählt Pfarrer Oliver Herzog, der derzeit für alle fünf Ortsgemeinden zuständig ist. Die kurzfristige Absage sei für die Konfirmanden sehr bitter gewesen. Auf der abschließenden Freizeit sei alles vorbereitet worden, die Konfirmanden wären bereit gewesen. Nun müssten die sogenannten „Nikos“, die Nicht-Konfirmierten, auf weiteren Unterricht verzichten und sich bis zu ihrer tatsächlichen Bekräftigung des Glaubens mit freiwilligen Online-Angeboten der evangelischen Jugendzentrale begnügen.

Die Wachenheimer Konfirmanden wünschen sich hingegen, noch in diesem Jahr ihr Bekenntnis ablegen zu können. Pfarrerin Julia Heller kann sich dafür auch einen Gottesdienst im Freien vorstellen, da hier die Regeln nicht so streng sind. Ins nächste Jahr verschieben möchte sie den Termin nicht, da der nächste Jahrgang sehr groß sei. Allerdings verweist Heller darauf, dass momentan nach Vorgabe der Landeskirche noch keine Konfirmationen stattfinden sollen. Sie hofft, dass sich das bald ändert, damit vielleicht noch im September in Wachenheim Konfirmation gefeiert werden kann.

Für Pfarrer Martin Palm, der neben den protestantischen Gemeinden Freinsheim und Dackenheim derzeit auch Weisenheim am Sand mitbetreut, kommt die Frage nach dem Ersatztermin ebenfalls zu früh. „Wir haben gerade begonnen die Familien abzufragen, was sie möchten“, erklärt er. Palm selbst neigt dazu, die Konfirmation noch im Herbst durchzuführen, da in Freinsheim die Gruppe sonst auch zu groß werde.

Kommunion: Wohl kleine Gruppen

Die Erstkommunion der katholischen Kinder wird in der Pfarrei Hl. Theresia vom Kinde Jesu ebenfalls gerade neu geplant. Eltern und Gruppenleiter sind angesprochen worden, nun wird nach Ersatzterminen gesucht, damit die Kinder dann möglicherweise in kleineren Gruppen während der normalen Gottesdienste ihre heilige Kommunion empfangen können. Die Gruppe komplett in das nächste Jahr schieben, möchte Pfarrer Norbert Leiner nicht, auch hier würden die Gruppen zu groß werden. „Aber wir hören dabei natürlich auf die Wünsche der Eltern“, betont er. Leiner und sein Kollege Pfarrer Thomas Diener können sich auch zusätzliche Gottesdienste dafür vorstellen.

Zwar wurden die meisten Trauungen, die wegen der Kontaktbeschränkungen abgesagt werden mussten, direkt ins nächste Jahr verschoben, doch in Freinsheim werden gerade die Septembertermine knapp. Dort mochten dann doch nicht alle so lange warten. In den katholischen Kirchen könne es im nächsten Jahr für Brautpaare voll werden, vermutet Pfarrer Leiner. Denn es seien in den letzten Monaten mehrere Trauungen ausgefallen. Um die vermehrten Trauungen zu schaffen, müssten notfalls auch unter der Woche Traugottesdienste abgehalten werden, so Leiner.

Neue Tauf-Termin schwierig zu finden

Für die ausgefallenen Taufen in allen Gemeinden suchen die betroffenen Familien für sich neue Termine. Das könne teils noch etwas dauern, erklärt Pfarrer Herzog, schließlich sollen auch die Großeltern, die bisher meist Kontakte gemieden haben, daran teilnehmen. In Erpolzheim und Kallstadt finden derzeit überhaupt keine Gottesdienste statt. Die Presbyterien haben beschlossen, dass das bis zur Aufhebung der Kontaktbeschränkungen so bleibt. Pfarrer Palm kann sich unter den gegebenen Umständen keine Taufe vorstellen. „Ich würde mein Kind so nicht taufen wollen“, betont er. Der Rahmen sei ihm nicht feierlich genug.

In Bad Dürkheim sind Taufen bei der protestantischen Kirchengemeinde derzeit nur in der Schlosskirche möglich, informiert Pfarrer Biebinger. Mitte Juli sei eine Taufe geplant, da müsse man klären, wie das genau ablaufen könne. In Wachenheim war die nächste Taufe in einem Extra-Gottesdienst am 20 Juni. Pfarrerin Heller erläutert, dass die Taufgemeinschaft nach Haushalten unterteilt in der Kirche platziert wurde. Die Familie habe sich nicht von Hygieneregeln abschrecken lassen.

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