Wachenheim
Schulessen: Feilschen um Cent-Beträge
Die Essenspreise für Ganztagsschüler und Kinder, die die Kindertagesstätte in Friedelsheim oder den Hort in Ellerstadt besuchen, waren es, um die die Ratsmitglieder rangen. Lebensmittel und Energie werden teurer, der Mindestlohn steigt, das wirkt sich auf die Preise für das warme Essen in der Ganztagsbetreuung aus. In der Regel teilen sich Eltern und Träger der Einrichtungen die Kosten für die Verpflegung. Bei sozial schwachen Familien entfällt der Elternbeitrag.
Der Vorschlag der Verwaltung: Um 25 Prozent soll der Elternbeitrag an der Grundschule Ellerstadt-Friedelsheim-Gönnheim, der Friedelsheimer Kita und dem Ellerstadter Hort ab dem neuen Kindergarten- und Schuljahr steigen. Die Mitglieder des VG-Rats entscheiden über die Elternbeiträge für Ganztagsschüler, für die anderen Einrichtungen ist der Zweckverband Kita und Hort zuständig.
Der habe entschieden, um 20 Prozent zu erhöhen, sagte Peter Fleischer (FWG) und fügte an, eine Verteuerung um 25 Prozent sei sehr hoch. Er regte an, im Frühjahr 2023 die Preise gegebenenfalls noch einmal zu steigern. 25 Prozent seien „das absolute Minimum“, betonte Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel (CDU).
Diskussion um Erhöhung
Erhöhung um 20 oder 25 Prozent, darüber wurde nun debattiert, wobei nicht jedem klar gewesen sein dürfte, um wie viel Geld es geht. Klar wurde jedoch, dass es nicht allein um die Essenskosten ging. Die Ganztagsschüler bekommen das gleiche Essen wie die Kinder von Hort oder Kita. Die Eltern der Grundschulkinder würden sicher nicht verstehen, warum sie für das gleiche Essen mehr zahlen müssen, offenbarte Wolfram Meinhardt, nicht nur FWG-Ratsmitglied, sondern auch Vorsitzender des Zweckverbands, die Taktik, mit der man vor allem den Verbandsbürgermeister und seine Partei unter Zugzwang setzen wollte. Schließlich steht im Januar die Wahl des Verbandsbürgermeisters an.
Bechtel schmeckte es offenbar gar nicht, als derjenige dazustehen, der Eltern von Grundschulkindern die Butter vom Brot nimmt. Doch hatte er eine Idee, wie er der FWG die Suppe versalzen kann: Wenn Gleichheit, dann für alle. Dann sollten die Eltern der Ganztagskinder der Wachenheimer Grundschule den gleichen Essenspreis wie alle zahlen. Bechtel störte es nicht, dass er damit einen Vorschlag aufgriff, den sein Lieblingskontrahent Arnold Nagel (FWG) kurz zuvor gemacht hatte. Den Vorschlag hatte CDU-Mann Marcus Scholz abgelehnt. Der Hintergrund ist: Die Wachenheimer Ganztagskinder bekommen Essen von einem Caterer, für die anderen Ganztagskinder wird frisch gekocht. Für unterschiedliche Essen könne man unterschiedliche Preise verlangen, so Scholz. Was dazu führte, dass Nagel verbal auf Scholz losging, weil der gesagt habe, das Essen der Wachenheimer Kinder sei schlechter.
Alle Eltern zahlen gleich
Die konkreten Preise waren immer noch weitgehend unbekannt. Meinhardt befürchtete dennoch, dass die Gemeinden Ellerstadt, Friedelsheim und Gönnheim mit ihren Umlagen eine höhere Subvention für das Essen der Wachenheimer Kinder zahlen müssen. Schließlich gab es doch konkretere Zahlen. Die Eltern, deren Kinder in den Einrichtungen in Ellerstadt, Friedelsheim und Gönnheim essen, überweisen bisher 3,30 Euro für eine große Portion. Bei einer Erhöhung um 20 Prozent wird das Essen 3,96 Euro kosten, bei einer Erhöhung um 25 Prozent sind es 4,12 Euro. Das sei ein Unterschied von 2,64 Euro im Monat, rechnete Scholz vor. Eigentlich müsste der Elternanteil 50 Prozent teurer werden, verriet Bechtel. Was das Essen für die Wachenheimer Ganztagskinder kostet, sagte er zunächst nicht. Es sind 4,64 Euro, wie er auf Anfrage der RHEINPFALZ mitteilte.
Nach einiger Diskussion fiel bei fünf Gegenstimmen der FWG und zwei Enthaltungen aus Reihen von SPD und Grünen eine Entscheidung: Alle Eltern zahlen künftig 3,96 Euro für eine große Portion, egal, ob frisch gekocht oder vom Caterer geliefert. Die Eltern der Wachenheimer Ganztagsschulkinder wird das freuen.