Kreis Bad Duerkheim Schreddern hat Methode

Das scheinbar blinde und „herzlose“ Abholzen von Gehölzen, das derzeit wieder viele Menschen im Wald stört, hat Methode. Das Schreddern soll bewirken, dass Sträucher und Hecken nicht allzu schnell wieder nachwachsen. Dies bestätigte Forstamtsleiter Hartmuth Hager auf Nachfrage der RHEINPFALZ.
Derzeit tut vielen Waldbesuchern der Anblick am beliebten Spazierweg nahe Weilach und „Schlagbaum“ weh: Zahlreiche Bäume und Sträucher entlang des sogenannten „Sonnenwegs“ wurden abgeschreddert. Was von ihnen zurückblieb, sieht grob beschädigt und zerfetzt aus. Teilweise sind sogar älteren Eichen die Äste faserig abgehackt worden. Eine Leserbriefschreiberin sprach in der Donnerstagausgabe von einem „Panzerschlachtfeld“. Forstamtschef Hager nennt die Arbeiten eine „erforderliche Unterhaltungsmaßnahme“. Am Weg seien der gesamte Strauch- und Baumbewuchs sowie stark überhängende Äste zurückgeschreddert worden. Sie hätten sonst ein Befahren des Weges „stark behindert, teilweise sogar unmöglich gemacht“, sagt er. Nach Auskunft von Revierleiter Fred Bisplinghoff stehen im Bereich des keltischen Ringwalls, der für Fahrzeuge nur über diesen Weg erreichbar ist, demnächst Holzeinschläge an. Deshalb ist im Sommer auch der Ringwall an einer Durchgangsstelle um zwei Meter abgetragen worden, so Bisplinghoff. Diese Maßnahme sei mit der Denkmalpflege abgesprochen gewesen. Leute kritisieren vor allem, dass die Gehölze nicht „sauber“ abgeschnitten werden. Ein Freischneiden auf solcher Weglänge bezeichnet Hager als unverhältnismäßig und nicht vertretbar. „Unabhängig vom höheren Zeitaufwand würde dies dazu führen, dass wir wegen der intensiveren Regeneration der Sträucher und Äste in viel kürzeren Abständen erneut eingreifen müssten.“ Durch das Schreddern wachsen die Pflanzen weit langsamer nach. Die Forstleute sind sich bewusst, dass der Eindruck geschredderter Gehölze viele Menschen stört oder ärgert. Der Anblick verschwinde aber mit dem Blattaustrieb. Man habe die Maßnahme durchführen müssen, bevor die Brutaktivitäten der Vögel und der Saftaufstieg in den Bäumen beginne, so Hager. (lad)