Nachgeschenkt
Schlechter Schilder-Scherz in Wachenheim
Es ist ein alter Brauch, dass Hexen in der Walpurgisnacht allerlei Schabernack treiben. Ob dieser Streich allerdings auf das Konto der sagenumwobenen Gestalten ging oder ob diese in der Nacht zum 1. Mai friedlich um den nahe gelegenen Wachenheimer Hexenstein tanzten, ist nun Gegenstand polizeilicher Ermittlungen.
Doch der Reihe nach: Vermutlich in der Walpurgisnacht wurden Am Königswingert zwei Verkehrsschilder überklebt – und erhielten dadurch eine ganze andere Bedeutung. Eigentlich weisen die Schilder auf eine etwa 30 Meter lange Zone mit absolutem Halteverbot hin. Das ist seit etwa einem halben Jahr so. Dem Ersten Beigeordneten der Stadt, Manfred Bühler (FDP), war am Dienstagvormittag aufgefallen, dass sich die Verkehrszeichen wie durch Zauberhand in Tempo-30-Schilder verwandelt hatten. Waren hier wirklich Hexen am Werk, jemand, der sich am Halteverbot stört oder gar ein radikaler „Tempo-30-Verfechter“? Letzteres schließt Marc Weigel, der dem Ordnungsamt der Verbandsgemeinde vorsteht, aus. „Die Straße Am Königswingert ist eh’ schon eine verkehrsberuhigte Zone, in der Tempo 30 gilt“, sagt Weigel. Darauf würde ein Schild zu Beginn der Straße hinweisen. Weitere Verkehrszeichen wären laut Weigel kontraproduktiv und sogar gefährlich, weil sie dazu führten, dass Tempo 30 nur bis zur nächsten Querstraße gelte und danach wieder 50 gefahren werden dürfte. Augenscheinlich ist aber nichts passiert, zumal Mitarbeiter des Bauhofs die aufgebrachte Folie unverzüglich entfernt haben.
Am Ende steht weiterhin die spannende Frage im Raum: Wer ist es gewesen? Das möchte jetzt die Dürkheimer Polizeiinspektion herausfinden. Wie der stellvertretende Inspektionsleiter Daniel Mischon sagte, haben die Beamten Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen. Im Raum stehen eine ganze Reihe von Vergehen, die von Amtsanmaßung über gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung bis hin zu Urkundenfälschung und Unkenntlichmachung von Gefahrenzeichen reichen. Die Beamten setzen dabei vor allem auf die Mithilfe von Zeugen, die sich unter Telefon 06322 963-0 melden können – Hexen ausdrücklich eingeschlossen.