Fragen und Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel Sanierungsfall Dirmsteiner Sporthalle: Wie geht es weiter?

Die Sporthalle in Dirmstein ist für den Handballspielbetrieb in der Region wichtig.
Die Sporthalle in Dirmstein ist für den Handballspielbetrieb in der Region wichtig.

Für den Handball in der Region ist sie wichtig, doch der Fortbestand der Sporthalle an der Dirmsteiner Grundschule ist ungewiss. Fragen und Antworten.

Dirmstein. Wann wurde die Sporthalle in Dirmstein gebaut?
Errichtet wurde die Mehrzweckhalle nach Angaben der Verbandsgemeinde (VG) Leiningerland 1988/89, zweigeschossig in konventioneller Bauweise, unter anderem mit Stahlbetonskeletttragsystemen und Teilunterkellerung. Die Dachkonstruktion wurde mit Brettschichtholz in Walmdachform mit Ziegeleindeckung gestaltet. Die Halle hat ein umlaufendes Fensterband zur Belichtung und zur Querlüftung. Ein Dachoberlicht dient als Rauchabzug bei Brand, zur Lüftung und für Tageslicht.

Welchen Zweck erfüllt die Halle?
Die Halle ist als Sport- und Mehrzweckhalle genehmigt und errichtet worden. Sie wurde seit ihrer Errichtung vor allem für Schul- und Vereinssport sowie Veranstaltungen genutzt. Im ersten Obergeschoss sind Zuschauertribünen für bis zu 700 Personen vorhanden.

Was ist das Problem mit der Halle?
Bereits bei einer Begehung im Jahr 2013 wurde deutlich, dass Sanierungsbedarf besteht, unter anderem in Bezug auf die Wände und Ausstattung. Damals schon waren Brandschutzmängel ein Problem. Der VG zufolge wurden diese 2015 auf der Grundlage eines Brandschutzgutachtens behoben, etwa durch das Installieren einer Brandmeldeanlage. Dies geschah noch zu Zeiten der VG Grünstadt-Land. 2021 wurde die neue Verbandsgemeinde Leiningerland damit beauftragt, eine Generalsanierung zu planen. Mängel sind unter anderem der unzureichende Prall- und Schallschutz, unzulässige Hallentore und Wandverkleidungen, der Hallenboden sowie Dämmung und Gebäudetechnik. Auch ein neues Brandschutzgutachten wurde beauftragt.

Was hat sich geändert seit dem ersten Brandschutzgutachten?
Der nun eingesetzte Gutachter, Georg Weiß, erklärte Anfang 2023 dem VG-Bauausschuss, dass man die Halle Ende der 1980er-Jahre nicht so hätte bauen dürfen, wie sie jetzt dasteht. Während er die Nutzung für Schulsport weniger problematisch sah, ging es Weiß vor allem um die Nutzung als Mehrzweckhalle mit Zuschauern auf der Tribüne. Bereits bei 600 Zuschauern, etwa bei Spielen der Handballspielgemeinschaft (HSG) Eckbachtal, bestehe die Gefahr, dass das Gebäude nicht schnell genug geräumt werden könne. Unter anderem seien die Fluchtwege zu den Notausgängen zu lang, nur einer von zahlreichen Kritikpunkten.

Welche Konsequenzen hatte das?
Für den Schulsport keine, der Vereinssport sollte seitdem nur noch eingeschränkt stattfinden – mit nicht mehr als 360 Personen auf der Tribüne. Konzerte und andere Veranstaltungen durften dort seitdem gar nicht mehr stattfinden. Der Gutachter betonte seinerzeit, es müsse innerhalb der kommenden zwei Jahre etwas unternommen werden, sonst sei auch die eingeschränkte Nutzung nicht mehr erlaubt.

Was ist seitdem passiert?
Die VG, die als Schulträger für die Halle zuständig ist, steht seitdem vor der Frage, ob das Gebäude unter wirtschaftlichen Aspekten noch zu retten ist. Denn der Brandschutz ist nur einer von vielen Punkten bei der Frage, ob sich die Sanierung lohnt. Ein beauftragtes Planungsbüro aus Herxheim hat im April 2024 Zahlen vorgelegt. In zwei verschiedenen Sanierungsszenarien sei demzufolge mit Kosten von bis zu 6,2 oder 7,4 Millionen Euro zu rechnen. Mittlerweile liegen der VG Wirtschaftlichkeitsberechnungen vor, die mit den Stellen der zuständigen Behörden abzustimmen sind. VG-Bürgermeister Frank Rüttger (CDU) stellte bereits im April 2024 klar, dass die Halle ohne Zuschüsse nicht saniert werden könne.

Welche Sanierungsvariante wird bevorzugt?
Die VG teilt mit, dass dies vor allem eine Frage der Wirtschaftlichkeit sein wird. Deshalb stimme man die Berechnungen mit den zuständigen Stellen ab. Die Variante mit den geringeren Gesamtkosten sei nicht zwingend die wirtschaftlichere. Es müssten auch Aspekte der Nachhaltigkeit und der Energieeffizienz betrachtet werden. Beide Varianten seien darauf ausgelegt, dass die Halle auch in Zukunft als Mehrzweckhalle inklusive Tribüne genutzt werden kann.

Wie geht es weiter?
Zu klären ist der VG zufolge, ob mehrere infrage kommende Förderprogramme kombiniert genutzt werden können, sodass eine möglichst hohe Gesamtzuwendung entsteht und die Finanzierung möglichst wirtschaftlich dargestellt werden kann. Dann soll in einer der kommenden Gremiensitzungen der VG über die weitere Vorgehensweise anhand des aktuellen Informationsstands beraten werden.

Was ist mit der vom Gutachter erwähnten Zwei-Jahres-Frist?
Bürgermeister Rüttger betont, dass die Halle weiterhin genutzt werden kann und nicht sofort geschlossen werden muss. Die Nutzungseinschränkung laufe „generell nicht aus, solange sich keine Nutzungsänderung gegenüber der brandschutztechnischen Stellungnahme“ des Gutachters ergebe. Das Gutachten stammt vom 12. Dezember 2022. Der eingeschränkte Betrieb könne so wie derzeit weiterlaufen, sofern festgelegte Mindestmaßnahmen weiter eingehalten würden. Diese eingeschränkte Nutzungserlaubnis verlängere sich automatisch jeweils um ein Jahr.

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