Kreis Bad Duerkheim Regenschauer trüben Stimmung nicht
Halbzeit beim Wachenheimer Burg- und Weinfest. Die Analyse fällt auch ohne Touchscreen und Experten nicht schwer: Die EM machte sich als Konkurrenz kaum bemerkbar. Nach einem guten Start am Freitag erwies sich am Samstag allerdings der Regen als der erwartet unangenehme Gegner. Er setzte jedoch eher der Besuchermenge als der Stimmung zu.
„Wir schreien jetzt den Regen weg“, rief die Frontfrau der Bombshells gegen 22 Uhr den Weinfestbesuchern auf dem Rathausplatz zu. Doch was beim Woodstock-Festival 1969 schon grandios gescheitert ist, ging auch an diesem Abend in Wachenheim schief. Der Regen prasselte auf die Leute nieder, und so mancher, der keinen Platz unter einem Pavillon oder einem der Sonnenschirme fand, trat den vorzeitigen Heimweg an. Das tat der Stimmung der Beschirmten keinen Abbruch. Im Gegenteil: Im Regenschutz rund um die Ausschankstellen rückten die Leute zusammen und warteten bestens versorgt und gut gelaunt die nächste Regenpause ab. Sicherheitsdienst und Rotes Kreuz bewerteten das Samstagabend-Wetter aus einer anderen Perspektive als die Standbetreiber. Sie ahnten, dass der Abend ruhig ausklingen wird. So wie aus ihrer Sicht bereits der Freitag ohne besondere Vorkommnisse verlaufen war. Nicht in diese Kategorie fallen dann wohl die umgestoßenen Blumenkübel an den Arkaden und ein paar verwüstete Blumenbeete. Dass es das Wetter mit dem Wachenheimer Doppeljubiläum bisher nicht uneingeschränkt gut gemeint hat, daran erinnerte Bürgermeister Torsten Bechtel bei der offiziellen Eröffnung des Burg- und Weinfests am Freitag auf der Wachtenburg: „Beim Festakt ist man sich ein bisschen vorgekommen wie Noah vor der Arche“, kommentierte er das Unwetter und den Wassereinbruch in der Kulturscheune Ende Mai. Von solchen Wetterkapriolen blieb der Freitag verschont. Bei strahlendem Sonnenschein sangen die Gäste der Friedelsheimer Weinprinzessin Sarah ein Geburtstagsständchen, bevor ihre Wachenheimer Kollegin Ann-Kathrin gemeinsam mit der Pfälzischen Weinkönigin Julia Krien das Fest eröffnete. Bechtel hatte zuvor erwähnt, dass nicht nur die Stadt ihre Jubiläen begeht, sondern dass auch das Weinfest heuer zum 45. Mal gefeiert wird. Das Doppeljubiläum der Stadt war auch auf dem Fest präsent. So hatten die Wachtenburger ihr Angebot in diesem Jahr um den Jubiläumsburger erweitert. Auf dem Rathausplatz verkaufte die Landjugend neben Jubiläumswein und –sekt auch die Chronik der Stadt und andere Memorabilia rund um den Wachenheimer Geburtstag. Mit Geibels Garten am Pfad zwischen Blumen- und Gartenweg gesellte sich neben dem Dahlberger Hof eine zweite „Oase“ zu den quirligen Ausschankstellen hinzu. Moderat beschallt von der Burg, bewirtet das Team der Geibels auch am kommenden Wochenende die Besucher in der entschleunigenden Atmosphäre ihres Gartens. Neu auch der vielgelobte Dampfnudelstand an der Burgstraße. Premiere feierten ebenfalls die „Pfalzweiße“. Sie beteiligten sich mit ihren Weinen und – besonders am Samstag von strategischer Bedeutung – ihrem Pavillon am Fest. Nach einem Guss am Sonntagmittag gaben die Prognosen immerhin Hoffnung für einen mindestens zeitweise trockenen Vereinsnachmittag auf dem Rathausplatz. Hier lassen am heutigen Montagabend auch die Gitarrenhelden die erste Hälfte des Weinfests ausklingen...