Kreis Bad Duerkheim Praktika und Paten hilfreich

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Über die Situation der knapp hundert Flüchtlinge in Bad Dürkheim haben am Mittwochabend Stadt und protestantische Kirchengemeinde im Mehrgenerationenhaus informiert. Unter dem Motto „Damit Fremde nicht fremd bleiben“ gaben sie einen Überblick über die bestehenden Hilfskonzepte.

Dekanin Ulla Hoffmann sprach in der voll besetzen Cafeteria von einer „ gemeinsamen Aufgabe“. Das Mehrgenerationenhaus (MGH) sei dabei die soziale Drehscheibe, wo jeder Menschlichkeit leben und sich einbringen könne. Nach Angaben des Ersten Beigeordneten Gerd Ester liegt die Zahl der Flüchtlinge aktuell bei 97 Personen, 17 Familien und 33 Einzelpersonen. Je zehn Asylbewerber kommen aus Eritrea, Somalia und Syrien, 43 aus dem Kosovo und Serbien. Erwartet werden bis Jahresende rund 50 Neuzugänge, so dass dann rund 160 Asylanten in Bad Dürkheim leben. „Die weitere Entwicklung ist jetzt noch nicht absehbar“, so Ester, „wir brauchen auf jeden Fall Hilfe bei der Gestaltung einer gemeinsamen Willkommenskultur“. Jeder könne mithelfen zum Beispiel durch die Bereitstellung von Wohnraum oder Sachspenden wie Hausrat, Kleidung oder Fahrräder. Die Stadt stellt Wohnungen, Möbel und Hausrat bereit, übernimmt die Berechnung und Auszahlung von Leistungen, hilft beim Ausfüllen von Anträgen. Zuständige Mitarbeiterin in der Stadtverwaltung für die Asylbewerber ist Ann-Kathrin Meyer. Die Stadt übernimmt auch die Koordination von gemeinnütziger Arbeit. Wer Fahrräder spenden möchte, kann sich mit den Mitarbeitern vom Internationalen Bund in Verbindung setzen, die ein Qualifizierungsprojekt im Berufsfeld „Metall Fahrradtechnik“ leiten und die gespendeten Räder für Flüchtlinge einsatztauglich machen. Stefan Krämer, Familienreferent des Gemeindepädagogischen Diensts des Kirchenbezirks, hob hervor, dass ein Asylbewerber erst nach seiner Anerkennung Anspruch auf einen Sprachkurs haben. Es dauere aber anderthalb bis zwei Jahre, ehe er anerkannt werde. Deshalb sei die Kirchengemeinde tätig geworden, um den Menschen mit unterschiedlicher Vorbildung – vom Analphabeten bis zum Universitätsstudenten – im MGH Grundkenntnisse in Alltagsdeutsch zu vermitteln, um ihnen die Eingliederung zu erleichtern. Darüber hinaus wird mit Intensivkursen die Zeit bis zur VHS-Prüfung Stufe B1 überbrückt, die für einen deutschen Pass vorgeschrieben ist. Diese Kurse werden vom Barbarossa-Institut durchgeführt, jeder kostet 13.000 Euro, die nur über Spenden finanziert werden können. Für die Unterstützung der Menschen sei die Mitarbeit bei dem Patenprojekt „Angekommen“ hochwillkommen, wie Kirsten Hinze sagte. Sie verwies dabei auf das notwendige sensible Vorgehen, denn oft handele es sich um traumatisierte Menschen. Auch ehrenamtliche Deutschlehrer und Dolmetscher werden gebraucht. Für jugendliche Flüchtlinge, die hier mit einem Hauptschulabschluss entlassen werden, sind Betriebe gesucht, die eine einjährige Beschäftigungszeit als Vorbereitung auf eine qualifizierte Ausbildung anbieten können. Besonders für junge Leute ist die Möglichkeit einer Freizeitgestaltung wichtig. Diana Wendel von der Mobilen Jugendarbeit hat hierfür im Haus der Diakonie im Gewölbekeller den „Culcha Treff“ eingerichtet, wo sich die Jugendlichen zweimal pro Woche treffen können. Hier engagiert sich auch die AG „Hingesehen“ aus dem WHG, die Jonas Bender vorstellte. Beim Landkreis angesiedelt, aber in einem Büro im Rathaus zu finden ist ab 1. Juni Carolin Urich von der Caritas als Beauftragte für Migration und Integration. (dox) Kontakt Ansprechpartner für Asyl- und Flüchtlingshilfe: für allgemeine Fragen: Jutta Schlotthauer, Tel . 9417935 für Patenschaften: Kirsten Hinze, Tel. 0174 2116102 für Anfängersprachkurse „Alltagsdeutsch“: Stefan Krämer , Tel. 9495879 für die Stadt: Ann-Kathrin Meyer, Tel. 935-333 Für Fahrräder: Internationaler Bund, Tel. 6005869 (dox)

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