Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Peter Stuhlfauth will mit seinem Bekanntheitsgrad punkten

Den Badepark auf jeden Fall erhalten: AfD-Kandidat Peter Stuhlfauth.
Den Badepark auf jeden Fall erhalten: AfD-Kandidat Peter Stuhlfauth.

Die Bürgermeister-Kandidaten (6): „Die 2 muss vorne stehen“, formuliert Peter Stuhlfauth sein Ziel: Mit 20 Prozent plus will der AfD-Kandidat in eine mögliche Stichwahl in Haßloch kommen. Punkten kann er mit seinem Bekanntheitsgrad, glaubt der 59-Jährige. Dazu tragen zwei langjährige Aktivitäten bei – als Polizeibeamter und als Fußballtrainer.

Seit 31 Jahren arbeitet der gebürtige Haßlocher in seinem Heimatort bei der Polizei. Diesen Beruf hat Stuhlfauth ergriffen, obwohl er eine zuvor andere Ausbildung abgeschlossen hat: zum Informationselektroniker bei der BASF. Dann aber hat ihn der Beruf des Polizeibeamten gereizt: „Mein Gerechtigkeitsgefühl war ausschlaggebend“, sagt Stuhlfauth im Rückblick. Bereut hat er diese Berufswahl nach eigener Aussage nie: „Ich war immer gerne Polizist und bin es heute noch.“ Heute freilich ist er nicht mehr auf Streife unterwegs, sondern vor allem im Innendienst mit Ermittlungen befasst.

„Im Großen und Ganzen ist bei uns die Welt noch in Ordnung“, sagt Stuhlfauth im Blick auf seine Erfahrungen als Polizeibeamter vor Ort. Trotzdem hat er festgestellt, dass sich das Verhältnis zwischen Bürgern und Polizei auch in Haßloch im Laufe der Jahre verändert habe: „Der Respekt gegenüber den Polizeibeamten ist geringer geworden.“ In seinem Fall sei es vorteilhaft, dass er seit über 30 Jahren in Haßloch Dienst tut: „Bei praktisch jeder Unfallaufnahme kenne ich mindestens einen der Beteiligten.“ Und in so manchen brenzligen Situationen sei es schon hilfreich gewesen, genau zu wissen, wen man da vor sich hat.

„Man muss sich abgrenzen“

Die Ereignisse in der Silvesternacht 2015 in Köln waren für Stuhlfauth, der „schon immer politisch interessiert“ war, ausschlaggebender Grund, in die AfD einzutreten. Von Anfang an sei er auch nicht damit einverstanden gewesen, wie die Regierung auf die Flüchtlingskrise reagiert habe. „Es bringt nichts, nur am Stammtisch zu kritisieren, man muss sich politisch engagieren“, sagt er. Stuhlfauth schätzt sich selbst als „konservativ“ ein, innerhalb der AfD „weit weg vom ,Flügel’ und von Rechtsextremisten“. Die AfD sei eben eine „neue Partei“ mit unterschiedlichen Strömungen. „Aber man muss sich abgrenzen“, fordert Stuhlfauth, der Vorsitzender des AfD-Ortsverbands ist und im Kreistag Bad Dürkheim sitzt. Mit Extremisten habe er nichts zu tun, betonte Stuhlfauth. Es sei richtig, solche Leute aus der Partei zu werfen.

„Im Gemeinderat fehlt häufig Transparenz“

Bei Anträgen der AfD im Gemeinderat habe er festgestellt, dass es anderen Fraktionen manchmal nicht um die Sache gehe. Als Beispiel führt er die Diskussionen um den Antrag „1000 Bäume für Haßloch“ an. Er selbst habe dagegen „kein Problem, mit anderen mitzustimmen“. Grundsätzlich fehlt ihm häufig die „Transparenz“ im Rat. Wichtige Entscheidungen würden oft „im Hinterzimmer“ getroffen. Auch deshalb plädiere die AfD für einen Livestream von Ratssitzungen.

„Ich bin Außenseiter, aber ich nehme diese Rolle an“, sagt Stuhlfauth zu seinen Aussichten am 8. November. Weil es eine reine Personenwahl ist, rechnet er sich wegen seines Bekanntheitsgrads dennoch gute Chancen auf ein Ergebnis oberhalb der knapp 16 Prozent aus, die seine Partei bei der Kommunalwahl erreicht hat. Warum hält er sich für geeignet für das Amt des Ortschefs? „Ich bin ein offener Mensch, bürgernah, habe Überzeugungskraft und Gerechtigkeitssinn“, sagt er über sich selbst. Seine „Spontaneität“ sieht er als Schwäche. Er sei manchmal „zu direkt“.

Ein Bürgermeister muss seiner Ansicht nach „bürgernah sein, muss vorangehen und darf seine Ziele nicht einer Koalition opfern“, sagt Stuhlfauth im Blick auf die Mehrheitsentscheidung zum Badepark, für den die AfD eine Neubaulösung favorisiert habe. Jetzt gehe es darum, das Schwimmbad auf jeden Fall zu erhalten.

Für Fußgängerzone in der Langgasse

Nicht weitgehend genug findet er die Varianten für einen Umbau des Rathausplatzes. Parkplätze seien in der Ortsmitte ausreichend vorhanden. Stuhlfauth hält es angesichts der Probleme des Einzelhandels für notwendig, in einem Teil der Langgasse eine Fußgängerzone einzurichten. Die durch Ruhestörung und Vandalismus entstehenden Probleme in der Ortsmitte könne man durch eine Zusammenarbeit mit der VG Deidesheim besser in den Griff bekommen. An Wochenenden könne ein Pool von Mitarbeitern der beiden Ordnungsämter gebildet werden, um dort mehr kontrollieren zu können.

Neben dem politischen Engagement wendet der 59-Jährige, der als Steckenpferd Comics sammelt, viel Zeit für seine sportlichen Aktivitäten beim Fußball und Handball auf. Unter anderem ist er beim FV 21 schon seit Jahrzehnten als Trainer tätig.

Die Serie

Am 8. November finden in der Verbandsgemeinde Lambrecht und in Haßloch Bürgermeisterwahlen statt. Jeweils drei Kandidaten stehen zur Wahl: In der VG Lambrecht bewerben sich Philipp Fuchs (FWG), Gernot Kuhn (CDU) und Jürgen Schlupp (SPD), in Haßloch kandidieren Tobias Meyer (CDU), Ralf Trösch (SPD) und Peter Stuhlfauth (AfD). In unserer Serie stellen wir die sechs Bürgermeisterkandidaten vor.

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