Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Passage im ehemaligen Real: Laufkundschaft fehlt

Heruntergelassene Rollläden prägen das Bild im mittleren Teil der Passage des ehemaligen Real-Markts.
Heruntergelassene Rollläden prägen das Bild im mittleren Teil der Passage des ehemaligen Real-Markts.

Nachdem Real Ende September 2021 den Standort Haßloch aufgegeben hat, ist es ruhiger geworden in der Passage des ehemaligen Einkaufmarkts. Einige Läden haben bereits zu. Wie es den verbliebenen Geschäften geht.

Es ist wenig Betrieb an diesem Januarnachmittag in der Ladenpassage des ehemaligen Real-Standorts. Filialen großer Ketten wie Deichmann, Takko, Kik und Ernstings Familiy halten auf im Verhältnis großen Flächen ihre Läden im hinteren Teil der Passage geöffnet. Nur vereinzelt verirren sich Kunden dorthin.

Der mittlere Teil der Mall steht fast ausnahmslos leer. Geschlossene Rollläden und große Schmuckbilder bestimmen rund die Hälfte der Ladenzeile. Im vorderen Teil sieht man Kunden, dort, wo Essen angeboten wird: Döner, asiatische Küche, Brot und Brötchen. Einige holen Essen ab, andere haben Plätze eingenommen, um dort einen Kaffee zu trinken oder ihren Döner zu verspeisen.

Warten auf einen Real-Nachfolger

Zu Stoßzeiten am Morgen, mittags und gegen Feierabend ist die Kundenfrequenz höher. Für die Beschäftigten im nahen Gewerbegebiet ist die Passage für die Mittagspause ideal: Parkplatz vor der Türe, das Angebot reichhaltig. Davon profitiert auch der Zeitungskiosk, wenngleich die Kundenzahl den ganzen Tag über deutlich nachgelassen hat. Das bestätigt ein Angestellter hinter dem gut gefüllten Tresen. Man warte darauf, dass ein anderer Markt den Platz von Real einnimmt, sagt er.

Michael Pappe betreibt den O2-Laden in der Passage. Er erzählt, dass der Dezember für ihn im Umsatz sogar sehr gut gewesen sei. Aber natürlich fehle die Laufkundschaft, die es durch den Real-Markt gegeben habe. „Viele meiner Kunden kommen gezielt zu mir. Außerdem bemühe ich mich aktiv um meine Stammkunden und warte nicht nur darauf, dass mich jemand anspricht“, sagt Pappe. Die Geschäftsleute in der Passage seien ziemlich frustriert, weiß er aus den Gesprächen mit seinen Nachbarn.

Keinen Mietnachlass bekommen

Birgit Klar betreibt einen Friseursalon in der Passage. Auch sie vermisst die Laufkundschaft. „Wir haben natürlich unsere Stammkunden, die schon seit Jahren zu uns kommen. Uns fehlen jedoch Neukunden und das spontane Geschäft“, sagt sie. Bedingt durch die Corona-Krise habe ohnehin die gesamte Friseurbranche einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. „Die Abstände, in denen Termine gebucht werden, werden länger. Außerdem kommen einige Kundinnen nicht mehr zum Färben, weil sie die Farbe haben herauswachsen lassen“, erzählt Klar. Noch halte sie sich mit ihrem Salon über Wasser. Aber auch sie warte auf einen neuen Einkaufsmarkt an dieser Stelle. Ihr Mietvertrag läuft noch über fünf Jahre. Einen Mietnachlass habe sie nicht bekommen. Damit ist sie kein Einzelfall, wie einzelne ihrer Nachbarn bestätigen.

Die Apotheke im Medi-Zentrum profitiert zwar von den angesiedelten Ärzten, trotzdem fehlt auch in der Apotheke deutlich die sonst übliche Laufkundschaft. Die Apotheke gehört zu einer Kette mit Sitz in Alzey. „Der Kundenstrom plätschert über den gesamten Tagesverlauf“, sagt eine junge Kollegin des Apothekenteams, das aus sechs Festangestellten besteht. Die einhellige Meinung im Team: „Wir hoffen alle, dass sich endlich etwas tut und der Stillstand beendet wird.“

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