Kreis Bad Duerkheim Oldies halten durch
Samstagmorgen, 9 Uhr, in Weisenheim am Berg: Die Stille des beschaulichen Ortes wird jäh unterbrochen. Geknatter ertönt, erst vereinzelt, dann in unterschiedlichen Tonlagen. Soeben macht sich das Starterfeld zum zweiten Starttag des „ASC Ein- und Zwei-Zylinder-Kriteriums“ bereit. Diese Oldtimerausfahrt, bei der nur Fahrzeuge bis zum Baujahr 1918 zugelassen sind, entstammt einer Idee des Allgemeinen Schnauferl Clubs (ASC).
Genauer gesagt war es die Idee der Freunde der Traditionslandesgruppe aus Mannheim. „Die Idee ist gereift, nachdem viele unserer Mitglieder schon an der jährlichen Oldtimerrallye London-Brighton teilgenommen haben“, berichtet Fahrtorganisator Wolfgang Presinger. Da diese im November stattfindet, war man der Auffassung, so eine Schnauferl-Veranstaltung müsse auch in einer freundlicheren Jahreszeit und in einer klimatisch begünstigteren Region durchgeführt werden. Somit kam für die Mannheimer ASC-Organisatoren sogleich die Pfalz ins Spiel. Nach einer erfolgreichen Premiere 2014 erfolgte am Wochenende die zweite Auflage des optischen Spektakels, bei dem die Tour am ersten Tag durch die Vorderpfalz führte und der Tross sich am zweiten Tag vorwiegend über die Weinstraße vom Start- und Zielpunkt Weisenheim am Berg nach Bad Dürkheim, Wachenheim, Deidesheim über Haßloch bis Venningen und zurück bewegte. „Wir haben 30 Fahrzeuge aus fünf Nationen hier am Start“, freut sich Mitorganisator Harald Baier vom ASC. Allein fünf Schnauferl Marke Benz der Baujahre 1897 bis 1899 sind dabei. Mit einem Renault AX von 1908 ist Wolf-Peter Moritz aus Altdorf bei Edenkoben unterwegs. „Dieses Fahrzeug besitze ich jetzt schon seit 20 Jahren“, berichtet er und erzählt, dass er es einst aus dem Museum Schloss Langenberg geholt hat. „Der Wagen war denen zu alt“, berichtet er. Überall auf der Strecke erntet das rollende Oldtimermuseum spontanen Applaus. Besonders die Einwohner Weisenheims zeigen sich begeistert, sie können am Start- und Zielpunkt zwischen dem Weinhaus Sonnenberg und dem Restaurant Speeter hautnah Fotos schießen, holen sich dazu noch Informationen über die wunderbar aufpolierten automobilen Schmuckstücke. Ein zu Scherzen aufgelegter Zaungast möchte vom Besitzer eines Audibert & Lavirotte Double Pheato“ von 1897 wissen, wo sich denn sein Navigationsgerät befinde. „Ich habe das beste der Welt. Und das sitzt hier neben mir, nämlich meine Frau“, lacht Theo Biekens aus den Niederlanden. Eines der schönsten Fahrzeuge gehört Wim Peters aus dem belgischen Turnhout: Ein Rambler mit zwei Zylindern aus dem Jahr 1904. „Den habe ich in Hershey in den USA gekauft und das Fahrzeug dann per Container nach Belgien bringen lassen“, erzählt er und ergänzt: „Der Zustand des Wagens war noch recht gut, aber ich habe dennoch rund 400 Stunden an Restaurierungs- und Reparaturarbeiten investieren müssen.“ „Es hat keinerlei Unfälle gegeben, alle Fahrer und Beifahrer sind heil von den Touren zurückgekehrt“, resümiert Wolfgang Presinger. Lediglich einige Fahrzeuge haben kleinere Schwächeanfälle bekommen. |hör