Kreis Bad Duerkheim Nun auch gegen Karossen Kraut gewachsen
Frühsommerliche Temperaturen, strahlend blauer Himmel und über der Burgstraße voller Flaneure liegen alle paar Meter andere Aromen in der Luft – der Wachenheimer Kräutermarkt hätte sich gestern keine besseren Bedingungen wünschen können.
„Um 14 Uhr geht hier die Kräuterwanderung los“, ruft Renate Bremicker kurz vor der Zeit ihre Schäfchen am Stand des Heimatvereins zusammen. Sie gehört zu den wenigen, die mit der Witterung hadern können: „Bei der Sonne werden ein paar Leute weniger mitgehen...“ Denen, die Schatten und Kaltgetränke vorziehen, entgeht Wissensgewinn rund um die Kräuter der Ortsgemarkung im Allgemeinen und um die Kräuterkarten Karl des Großen im Speziellen. Wie immer ist die Auswahl groß. An gut 50 Ständen um den Marktplatz und entlang der Burgstraße bieten Händler der Region Kräuter, Gartenpflanzen, Wein, Gewürze, Kulinarisches und Dekoratives an. Die jüngeren Besucher können ihre Erziehungsberechtigten zwischen Ponyreiten, Mikroskopieren am Nabu-Stand, dem Spielmobil und dem Pfadfinderangebot auf Trab halten. Und natürlich ist der Markt alljährlich die erste große Freiluftbegegnungsstätte – auf Schritt und Tritt treffen sich Freunde, Bekannte und Nachbarn. Nicht immer auf derselben Seite des Tresens, denn neben den Händlern bringen sich einige Vereine mit ein. Wie in den Vorjahren verkauft sich das Kräuterbrot, das die Grundschuleltern für den Förderverein ihrer Schule gebacken haben, auch ungeschnitten wie geschnitten Brot. „Das ist eben typisch Wachenheim, darum beneidet uns so mancher“, kommentiert Bürgermeister Torsten Bechtel beim erfolgversprechenden Versuch, das Treiben als Privatperson mit seiner Familie zu genießen. „Viel Arbeit, aber alles ist gut“, fasst Marktmeisterin Michaela Peter vom Veranstalter Heimatverein zusammen. Neu ist diesmal, dass die Stände in der Burgstraße nur noch auf der Südseite stehen. Die Feuerwehr hatte vermeiden wollen, im Ernstfall Slalom fahren zu müssen. Nach einer Testfahrt am Vortag gab es grünes Licht für die neue Anordnung. Froh ist Peter, dass erstmals die Weinstraße gesperrt wurde. Die autofreie Fahrbahn vor dem Marktplatz bietet Ausweichmöglichkeiten für den Platz, den das Gerüst um die Georgskirche einnimmt. Platz, den die Menschen erobern. Entweder, indem sie in langer Schlange an der Eisdiele stehen oder – wo sonst bei solchem Wetter Stoßstange an Stoßstange vorbeirauscht - gemächlich mit Pflanzen in Körben und Tüten nach Hause schlendern. (awg)