Kreis Bad Duerkheim Nils fragt: Moos als Wegweiser?
Hat sich dieser Wanderer an der Lindemannsruhe etwa im Wald verlaufen? Weit schauen kann er im Nebel nicht. Um ihn herum legen sich graue Schleier über Bäume und Wege. So kann er nicht einmal die Himmelsrichtung feststellen. Oder vielleicht doch?
Am Wegrand steht die alte Eiche, die du links im Bild siehst. Ihr geteilter Stamm ist an einer Seite mit Moos bewachsen. Oft hört und liest man, dass Moose an der Nordseite von Baumstämmen gedeihen. Warum meinen das viele Leute? Und stimmt es überhaupt?
Moose wachsen jedenfalls gern im feuchten Schatten. Den finden sie oft an der Nordseite von Bäumen. Denn dort scheint die Sonne nicht hin. Du kennst sicher den Spruch: „Im Osten geht die Sonne auf, im Süden ist ihr Mittagslauf, im Westen wird sie untergehen, im Norden ist sie nie zu sehen.“
Oft ist die Wetterseite stark bemoost
Aber zeigt diese Eiche wirklich mit ihrer Moos-Seite nach Norden? Darauf sollte sich der Wanderer im Nebel besser nicht verlassen. Moos wächst noch lieber dort, wo meistens der Wind herkommt. Bei uns weht der Wind überwiegend aus Westen und dabei bringt er oft feuchte Luft oder Regen mit. Deswegen findest du auch im Pfälzerwald besonders häufig die westliche Seite der Bäume mit Moos bedeckt. Man nennt das die „Wetterseite“.
Aber nicht einmal diese Regel trifft immer zu. Mitten im Wald können die Windrichtungen wechseln, weil viele Gehölze die Luftströmungen umlenken. Und wenn du durch ein kühles feuchtes Bachtal kommst, entdeckst du Bäume, die rundherum bemoost sind. An anderen, trockenen Waldstellen tragen die Stämme überhaupt kein Moos.
Um es kurz zu sagen: Der Wanderer bei der Lindemannsruhe findet den richtigen Weg. Die Eiche am Wegrand mit ihrem schönen Moosbewuchs hat er zwar bestaunt, aber er verlässt sich lieber auf Wanderkarte und Kompass. Und auf die Markierungen, die im Wald den Weg weisen.