Deidesheim
Neuer Bürgermeister in Deidesheim: Dörr übernimmt von Dörr
Der Rat der Stadt Deidesheim hat sich konstituiert. Manfred Dörr (CDU) hat die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Dieter Dörr (CDU) übergeben. Mit Bernd Anslinger (CDU) als ersten Beigeordneten und Julian Seckinger (CDU) werden zwei gewählte Ratsmitglieder in die Verantwortung der Stadt rücken und sollen auch in der nächsten oder übernächsten Sitzung einen eigenen Geschäftsbereich erhalten. Zuvor muss noch die geänderte Hauptsatzung veröffentlicht werden. Nicht durchsetzen konnte die FWG ihren Personalvorschlag Inge Schneemann, die in den letzten fünf Jahren als erste Beigeordnete tätig war und die Aufgabe auch gerne fortgeführt hätte. Die übrigen Fraktionen hatten keine Kandidaten für die Wahlen der Beigeordneten vorgeschlagen.
Zuvor würdigte Dieter Dörr die lange und erfolgreiche Arbeit von Manfred Dörr, der auch aus den Händen seiner Stellvertreterin Inge Schneemann die Dankurkunde für 50 Jahre Stadtratstätigkeit erhielt. „Du warst und du bist ein Glücksfall. Dein fachliches Know-how, deine sehr gute Rhetorik und dein Engagement sind die Eckpfeiler, weshalb Deidesheim weit über die Region bekannt geworden ist“, sagte Dieter Dörr, der das Erbe als „große Fußstapfen“ bezeichnete, in die er jetzt treten werde. „Ich nehme diese Aufgabe mit Demut sehr gerne an und werde alles dafür mit einem jungen Team tun, diese weiterzuführen“. Zugleich bat er den neugewählten Stadtrat, ihn dabei zu unterstützen. „Es geht nur zusammen“. Am kommenden Sonntag (Marktplatz, 11.30 Uhr) soll Manfred Dörr, der auch 20 Jahre Stadtbürgermeister war, in einer Feierstunde auf dem Marktplatz geehrt werden. Ebenso erfolgt dort die Übergabe der Amtskette an seinen Nachfolger.
Abschied von Manfred Dörr
Es war kurz vor 20 Uhr, als die beiden Dörrs sich im Ratssaal umarmten. Dann brandete lange anhaltender Applaus auf. Manfred Dörr zeigte sich gerührt und verabschiedete sich kurz darauf mit feuchten Augen aus dem historischen Ratssaal. Anslinger erhielt bei der Wahl zum ersten Beigeordneten 16 Ja- und drei Neinstimmen und setzte sich damit deutlicher als erwartet durch. Der ortsansässige Unternehmer, ehemalige Wehrleiter der Feuerwehr und Vorsitzende des größten Sportvereins, der TSG Deidesheim, unterstrich bei seiner Vorstellung, dass sein Herz für seine Heimatstadt schlage, weshalb er sich nun als Beigeordneter engagieren wolle.
Bei der Wahl des zweiten Beigeordneten kam es zu einem Duell zwischen dem neugewählten Stadtrat Julian Seckinger (CDU) und der bisherigen ersten Beigeordneten Inge Schneemann (FWG). In einer geheimen Wahl setzte sich der 29 Jahre alte Kellermeister Seckinger, Mitglied der Kolpingfamilie und der Deidesheimer Kerwebuwe, mit zwölf Ja- und sieben Nein-Stimmen durch. Schneemann, die 58 Jahre alte Winzerin, die nach ihren eigenen Worten die bisherige Aufgabe mit viel Freude und Spaß ausgeübt hat, bleibt dem Rat als Stadträtin erhalten.
Kein Ältestenrat
Bereits im Vorfeld hatte der langjährige Stadtrat Franz Arnold (FWG) auf die bisher gute überparteiliche Zusammenarbeit im Stadtvorstand und die hohe Stimmenzahl für Schneemann bei der Kommunalwahl hingewiesen. Allerdings ohne Erfolg. Die CDU hat im neuen Stadtrat die absolute Mehrheit.
Ebenfalls keine Mehrheit fand der Antrag der SPD-Fraktion auf die Bildung eines Ältestenrates, bestehend aus dem Bürgermeister, den Beigeordneten und den Fraktionsvorsitzenden. Achim Schulze (SPD) hatte in seinem Antrag erklärt, dass dadurch die Demokratie gestärkt werden könne und die kleinen Parteien sich einbringen könnten. Während Herbert Latz-Weber (Bündnis 90/Die Grünen) diesen Antrag aufgrund der Erfahrungen im Verbandsgemeinderat unterstützte, lehnte die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Isabell Struck ihn ab. „Wir sehen hier keine Notwendigkeit für ein zusätzliches Gremium, das zu organisieren ist und auch weitere Kosten verursacht“, sagte Struck. Mit elf Nein-Stimmen wurde der SPD-Antrag abgelehnt.
Hauptsatzung: Änderung beschlossen
Gesprächsbedarf gab es bei der Änderung der Hauptsatzung. Hier machte Dieter Dörr klar, dass die Aufwandsentschädigung für einen Beigeordneten mit Geschäftsbereich 30 Prozent der Aufwandsentschädigung des Stadtbürgermeisters beträgt – derzeit etwa 600 Euro. Dörr erklärte darüber hinaus auf Nachfrage von Stadtrat Michael Vogt (FWG), dass er aufgrund der Personalunion (Verbands- und Stadtbürgermeister) eine Aufwandsentschädigung von 50 Prozent erhalte. So konnte die Änderung der Hauptsatzung mehrheitlich beschlossen werden.
Zu Beginn der Sitzung sprach der geschäftsführende Stadtbürgermeister Manfred Dörr (CDU) den ausgeschiedenen Ratsmitgliedern Fabian Kerbeck, Jan Hock (FWG), Ruth Ratter (Bündnis 90/Die Grünen) für fünfjährige Ratstätigkeit, Klaus-Werner Iselborn (CDU) für zehnjährige, Gabriele Zürker (Bündnis 90/Die Grünen) für 27-jährige und Franz Arnold (FWG) für 40-jährige Tätigkeit mit einer Urkunde seinen Dank aus.