Leiningerland
Nach der Glasfaser-Fusion: Inexio-Kunden fragen sich, was mit ihren Verträgen passiert
Henning Fischer aus Großkarlbach ist ein sogenannter Altkunde bei Inexio. Seit Jahren bezieht er seinen Internetanschluss nach eigener Aussage von dem Unternehmen aus dem Saarland. Im Zuge des Glasfaserausbaus durch Inexio in seiner Gemeinde und den Nachbargemeinden Bissersheim, Gerolsheim, Kindenheim und Laumersheim, hat Fischer bereits Ende Februar einen neuen Vertrag bei den Saarländern abgeschlossen: Von DSL wollte er auf das schnelle Glasfaserkabel umsteigen und wählte ein Paket mit einer Downloadgeschwindigkeit von 500 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Kosten dafür: rund 55 Euro pro Monat nach einem anfänglich vergünstigten Preis.
Paket wird nicht mehr angeboten
Das Problem: Seit Inexio und Deutsche Glasfaser Mitte Mai unter dem Dach der Investmentgesellschaft EQT fusioniert sind, wird das von Fischer abgeschlossene Paket auf keiner der beiden Unternehmenswebseiten mehr angeboten. „Bisher waren alle Versuche, sei es über E-Mail oder Telefon, von Inexio zu erfahren, wie die bereits abgeschlossenen Verträge behandelt werden, ohne Erfolg“, schreibt Fischer der RHEINPFALZ. Er und andere Kunden seien verunsichert. Vor Kurzem sei zudem eine Geschenkkarte von Deutsche Glasfaser für Inexio-Kunden in seinem Briefkasten gewesen, die ihm beim Wechsel einen kostenlosen Hausanschluss verspreche.
Auf Nachfrage teilt Inexio-Sprecher Torsten Schommer mit, dass das Unternehmen aktuell versuche, Inexio-Kunden für einen Wechsel zu Deutsche Glasfaser zu gewinnen. „Dazu werden alle Kunden in den fünf Gemeinden in den nächsten Tagen noch einmal Post bekommen“, sagt Schommer – auf Inexio-Briefpapier, aber mit einer Mappe von Deutsche Glasfaser. Außerdem wolle das Unternehmen noch einmal alle Kunden in den nächsten zwei bis drei Wochen abtelefonieren und sie „nicht im Regen stehen lassen“.
Anschluss könnte sechs Monate früher liegen
Hintergrund für das Wechselangebot sei, dass in der neuen Firmenstruktur die Zuständigkeiten neu verteilt wurden: Die Marke Deutsche Glasfaser sei künftig für das FTTH-Privatkundengeschäft, also die Glasfaseranbindung bis ins Haus, zuständig. Inexio kümmere sich stattdessen um die Glasfaser-Geschäftskunden und um Altkunden im FTTC-Bereich, deren Leitungen bis zu einem Verteilerkasten am Straßenrand laufen.
Für die Inexio-Kunden habe der Wechsel zu Deutsche Glasfaser laut Schommer mit Blick auf den Zeitplan einen Vorteil: „Die Deutsche Glasfaser ist mit ihren Bautrupps schon vor Ort und bautechnisch schon viel weiter.“ Ein halbes Jahr früher könnten Inexio-Kunden durch einen Wechsel an ihren Anschluss kommen. Die Leistungen seien vergleichbar mit den bisherigen Angeboten von Inexio. In einer am Montag verschickten Pressemitteilung von Deutsche Glasfaser ist sogar von einer „doppelten Leistung“ die Rede.
Das ursprünglich von Henning Fischer gewählte Paket gibt es laut der Webseite von Deutsche Glasfaser nicht. Angeboten werden etwa ein Tarif mit 400 Mbit/s im Download für regulär 49,99 Euro im Monat sowie 600 Mbit/s für 79,99 Euro. „In so einem Fall empfehlen wir, sich bei der Hotline beraten zu lassen“, sagt Schommer. In Absprache mit den Beratern könne man feststellen, wie groß das Paket sein müsse. „Das hängt zum Beispiel davon ab, ob man Homeoffice macht oder große Datenmengen braucht“, sagt Schommer. Den kostenlosen Hausanschluss gebe es bei einem Wechsel bis zum Stichtag 31. Juli in jedem Fall dazu.
Und wenn ein Inexio-Kunde nicht wechseln will? „Wir arbeiten daran, alle Kunden dafür gewinnen zu können“, sagt Inexio-Sprecher Schommer.