Kreis Bad Duerkheim Multi-Kulti mit Musik

„Ich gehe heute Abend zum Culcha-Treff.“ Dieser Satz hat seit Dienstag in Bad Dürkheim eine gewisse Doppeldeutigkeit. Gemeint ist aber keinesfalls ein Treffen von Fans der Berliner Musikgruppe „Culcha Candela“, vielmehr geht es um das Treffen von Menschen verschiedener Kulturen im Gewölbekeller der Diakonie in der Dürkheimer Kirchgasse. Der Name wurde aber bewusst in Anlehnung an die multikulturell geprägte Berliner Gruppe gewählt. Seit Herbst 2014 existiert in Bad Dürkheim ein Sprachkurs für Asylbewerber aus den Krisengebieten der Welt. Aus diesen Kursen entstand die Idee eines Treffens zwischen den Flüchtlingen und deutschen Jugendlichen, die am Dienstag erstmals umgesetzt wurde. Ziel dieses zweimal wöchentlich stattfindenden Treffens (dienstags und donnerstags, 17 bis 21 Uhr) ist, so Organisatorin Diana Hübner-Wendel, den derzeit zwölf jungen Erwachsenen aus Eritrea und Syrien eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten und für sie eine Anlaufstelle und freundschaftliche Gemeinschaft zu sein. Weiterhin galt die Aufgabe, das Treffen unabhängig der finanziellen Möglichkeiten der Asylbewerber zu gestalten. Unterstützung kam dabei unter anderem von einer Gruppe Schüler des Werner-Heisenberg-Gymnasiums namens „Hingesehen“. Diese halfen bei Planung, Gestaltung und Aufbau der Aktion und waren auch bei der Eröffnung da. Beim Treffen stehen den 18- bis 35-jährigen Männern für Minimalkosten Getränke zur Verfügung, gegen Pfand können Gesellschaftsspiele ausgeliehen werden und im Keller gibt es einen Tischkicker und eine Musikanlage. Bei der Vorstellung der kleinen Gruppe kommt die Organisatorin einige Male ins Stocken. Die Namen sind mitunter schwer auszusprechen. Die Kommunikation funktioniert trotzdem fast einwandfrei. „Ich meine, jeder hat zwei Hände und zwei Füße.“, sagt ein Schüler. Ansonsten werden von Seiten der Migranten fleißig neue Wörter wie „Tischkicker“ erfragt und im Notfall helfen auch ein paar Brocken Englisch. Sichtlich zufrieden mit dem Ablauf des Abends erzählt Diana Hübner-Wendel von weiteren Plänen für den Culcha-Treff. Ziel ist es, mittelfristig auch in die Flüchtlinge in den umliegenden Gemeinden einzubeziehen. Hinsichtlich der Aktivitäten dürfen die Jugendlichen selbst Vorschläge abgeben und entscheiden. So wird schon am ersten Abend spontan ein kleines Konzert geplant. Außerdem sind auch von Vereinen in der Umgebung Angebote für sportliche Aktivitäten eingegangen, berichtet Hübner-Wendel stolz. Für das erste Treffen aber reicht das bestehende Angebot. Alle Teilnehmer empfinden den Abend als „sehr gut“. Und während am Kicker im Sekundentakt Tore fallen, singt Rapper „Cro“ aus den Boxen der Musikanlage:„Diese Welt is’ geil. Ich hab’ alles was ich brauch’.“ Ob dieser Titel nur unsensibel gewählt ist, oder gerade für das Ankommen in einer schönen Gemeinschaft stehen kann, darüber darf gestritten werden. Die Band „Culcha Candela“ wäre da vielleicht doch passender gewesen.