Kreis Bad Duerkheim Mit Rad und Tat
Das Wetter war denkbar miserabel, trotzdem bekamen die Initiatoren der Fahrrad-Werkstatt am Samstagvormittag alle Hände voll zu tun. Es war richtig was los im alten Feuerwehrhaus neben dem Gemeindezentrum. Neben den ehrenamtlichen Helfern waren auch viele Flüchtlinge gekommen, denen die Rad-Aktion letztlich nützen soll. „Ich habe selbst über diesen Erfolg gestaunt“, freute sich Stefan Heiser , Gönnheimer Beigeordneter und Initiator der Aktion.
Mit „Rad und Tat“ gemeinsam Fahrräder reparieren, diese Idee hatte sich Initiator Heiser bei Freunden in Maxdorf abgeguckt. Das Ziel: Gespendete Drahtesel für Asylsuchende und bedürftige Personen der VG Wachenheim herzurichten, um so ein Stück Unabhängigkeit beziehungsweise Mobilität zu ermöglichen. Dieser Idee schlossen sich Stefan Rau, Wolfgang Möller und Peter Hoffmann an. Auch bei der Aktion stehe Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund und werde beibehalten, berichtete der Gönnheimer. Drinnen in der ehemaligen Feuerwehrunterkunft wurde am Samstag an Rädern geschraubt, Bremsen überprüft, Reifen geflickt und dabei gleichzeitig insbesondere junge Asylsuchende aus der ganzen Verbandsgemeinde in einfacheren Radreparaturen unterwiesen, komplizierte Dinge übernahmen die Initiatoren selbst. Den angestrengt blickenden Jungen war durchaus Interesse und Lernwille anzumerken. Draußen stand ein regelrechtes Heer von Drahteseln, jedes einzelne durch einen Anhänger kenntlich gemacht. Grüner Anhänger bedeutete, das Rad ist fahrbereit, das kann man sich aussuchen, roter Anhänger der Drahtesel muss noch repariert werden, weißer Anhänger, das Rad gehört schon wem. Die junge Claire Heiser hackte neuen und alten Besitzer, die Rahmennummer, Typ und Reifengröße in den Computer. Die Räder wurden vielfach inspiziert, 19 fanden einen neuen Besitzer und fünf Fahrräder wurden wieder fahrbereit gemacht. „Mit Rad und Tat“ findet eine Fortsetzung: Am 7. Mai, 10 bis 12 Uhr an selber Stelle. Tags darauf, am Sonntag, will die Fahrrad-Werkstatt von 11 bis 12 Uhr aus Sicherheitsgründen eine kleine Verkehrserziehung anbieten. Die Teilnehmer werden mit den Paten der Asylsuchenden – einige verfolgten das Geschehen am Samstag vor Ort - ausgewählt. Besonders gefreut hat die Initiatoren der „Fahrrad-Werkstatt“ die große Spendenbereitschaft, einschließlich der Sachspenden aus der gesamten VG Wachenheim und darüber hinaus. Heiser hatte Fahrräder in der ganzen umliegenden Region abgeholt. Jürgen Schneider hatte im Amtsblatt von der Initiative gelesen, kam am Samstag einfach vorbei und legte Hand mit an. Spontan hat sich auch eine Frau gemeldet und ihre Mithilfe angeboten. Bedarf besteht laut Heiser noch bei Fahrradhelmen für Erwachsene und Jugendliche. Die ausgegeben sechs Stück reichten bei Weitem nicht. Kaffee und Kuchen harrte anschließend aller Beteiligten. (mkö)