Über den Kirchturm hinaus Mit Gottes Hilfe dem Bösen trotzen

Friede für die Ukraine wäre ein tolles Ostergeschenk.
Friede für die Ukraine wäre ein tolles Ostergeschenk.

Der Frühling hat uns reingelegt: Nach warmen Sonnentagen im März schneit es Anfang April. Dem Schnee zum Trotz wird es dennoch Frühling werden. Das Leben ist eine Mogelpackung. Eben noch Frieden in Europa und dann ein weiterer Kriegsschauplatz, diesmal in unmittelbarer Nähe. Dem Bösen zum Trotz bleiben sie beharrlich: die Hoffnungsmenschen.

Nach Karfreitag ist Ostern geworden, aus der Osterhoffnung scheinen sie ihre Kraft zu holen. Unfassbar tapfere, unbewaffnete Leute stehen mit erhobenen Armen vor russischen Soldaten. Eine TV-Moderatorin in Moskau demonstriert ihren Protest vor laufenden Kameras. Ukrainische Traktoren schleppen liegengebliebene russische Panzer hinter sich her. Ob sie aus Panzern Pflugscharen gemacht haben? Beeindruckende Hilfsbereitschaft an Bahnhöfen, Wohnraum wird zur Verfügung gestellt, Menschen spenden, was für Flucht und Neuanfang hilfreich ist. Ja, es stimmt: Wir sind in vielem entsetzlich hilflos. Jenseits von Moral, Recht und Ordnung setzt seit Februar der/das Böse auf Chaos und Zerstörung. Wo Menschen naturgemäß ein Gewissen haben, hat dieser Mann ein schwarzes Loch. Dreiste Lügen, Schönfärberei, brutale Unterdrückung, rohe Gewalt, Verletzung aller Völkerrechte – jedes Mittel ist dem Bösen recht. Aber nichts kann diesen Krieg rechtfertigen. Die weltweite moralische Empörung ist berechtigt, der Widerstand der Bevölkerung sowohl in der Ukraine als auch in Russland verdient unser aller Respekt. Jede Möglichkeit des politischen Widerstands der Staatengemeinschaft ist unverzichtbar.

Darum ringen und beten wir, dass Menschen es dem Bösen zum Trotz wagen, sich mit Gottes Hilfe stark zu machen für den Frieden, eine Kerze ins Fenster stellen, täglich für den Frieden beten, Mahnwachen abhalten, niemals die Hoffnung auf eine bessere Welt aufgeben, den Frieden höher schätzen als die Übermacht der Gewalttäter auf der Erde. Dem Bösen zum Trotz dem Bösen zu wehren und das Gute stärken zu wollen, ist die einzige Option, damit die Welt immer wieder zu einem besseren Ort wird.

  • Pfarrerin Susanne Kirchner ist Seelsorgerin im Seniorenheim Bürgerspital in Wachenheim

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