Kreis Bad Duerkheim Mit Ertragslage zufrieden

Das Bläserquintett „’S Blech“ der Dürkheimer Stadtkapelle eröffnete die Vertreterversammlung der VR-Bank Mittelhaardt am Mittwochabend in der Salierhalle mit drei Stücken launig, doch der Vorstand bekam von den rund 400 Teilnehmern keineswegs den Marsch geblasen. Obwohl er für dieses Jahr ein rückläufiges Ergebnis erwartet. Neu für den Kunden: Es gibt künftig einen zweiten Wochentag, an dem bis 18 Uhr geöffnet ist.
Zufriedenstellend nannte Vorstandssprecher Thomas Schutt die Ertragslage im Geschäftsjahr 2015, dessen Jahresbericht die Bankführung vorlegte. Trotz der vielen „Hemmnisse“ in 2015 sei es gelungen, den Wachstumspfad fortzusetzen, so Schutt. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik bestehe vor allem bei jungen Mitgliedern und Kunden Handlungsbedarf. Auch die Pläne der EU-Kommission zur Vergemeinschaftung der Einlagensicherung in Europa üben Druck auf das bisherige System aus. Daher appellierte Schutt an die Vertreter aus Politik und Wirtschaft, zum „Erhalt der genossenschaftlichen Institutssicherung“ beizutragen. Im Kundenvolumen ist ein Zuwachs von 36 Millionen Euro zu verzeichnen, der sich zusammensetzt aus 26 Millionen Vermögenswerten und 10 Millionen Krediten. Im Vergleich zum Jahr zuvor konnte er 2015 „mit 6 Millionen Euro übertroffen werden“. Das bilanzielle Kreditvolumen habe sich 2015 mit einer Steigerung von 7 Millionen Euro besser entwickelt als das außerbilanzielle (3 Millionen). Laut Schutt wurden 75 Millionen Euro an neuen Krediten vergeben – 10 Millionen mehr als 2014. Fundament dieses Zuwachses sei mit 46 Millionen der private Wohnungsbau gewesen. Der Zuwachs von 26 Millionen Euro – 2014 25 Millionen – bei den Vermögenswerten belege die weiter gute Entwicklung der Genossenschaft. Für 2015 sei man von geringfügig erhöhten Marktzinsen bei gleichbleibenden Geldmarktzinsen ausgegangen und habe daher einen geringen Zinsüberschuss geplant, so Schutt. „Durch die Zunahme im Neukreditgeschäft um 10 Millionen Euro stellte sich dieser dennoch um 200.000 Euro verbessert dar.“ Schutt sprach von einer „hervorragenden Eigenkapitalausstattung“ von rund 44 Millionen Euro, die eine Stärkung von 2,7 Millionen Euro (6,5 Prozent) erfahren habe. Die Versammlung bewilligte die Ausschüttung von knapp 351.000 Euro an Dividende, das sind fünf Prozent für die Mitglieder und knapp 33 Prozent des Bilanzgewinns. 30 Prozent gehen in die gesetzlichem gut 37 Prozent in die Ergebnisrücklagen. 2015 hat die Genossenschaftsbank mehr als 25.200 Kunden zu verzeichnen, davon 650 neue. Die Zahl der Mitglieder ist durch knapp 760 Neuzugänge auf weit über 12.400 gestiegen. Die Bank beschäftigt 113 Mitarbeiter, darunter neun Auszubildende. „Die Bank hat sehr gute Arbeit abgeliefert. Für die kommenden schwierigen Jahre sind die Weichen richtig gestellt“, meinte Aufsichtsratsvorsitzender Wilhelm Scheidt. Für 2016 erwarte man weiterhin niedrige Zinsen und somit einen Rückgang im Zinsergebnis, prognostizierte Schutt. Weitere Herausforderungen in diesem Jahr stellten „die Regulatorik der Europäischen Institutionen“ wie auch „die fortschreitende Digitalisierung“ dar, so der Vorstandssprecher. Der dadurch gestiegene Beratungsbedarf veranlasst die VR-Bank, ihre Öffnungszeiten zu ändern: Ab August gibt es neben dem „langen Donnerstag“ auch einen „langen Dienstag“. Turnusmäßig schieden Matthias Köhr, Peter Lintz und Ernst Weisbrodt aus dem Aufsichtsrat aus, wurden aber allesamt wieder ins Gremium gewählt. | lene