Elmstein
Minigolf-Anlage in schlechtem Zustand
Die Minigolf-Anlage wurde 1975 vom damaligen Elmsteiner Bürgermeister Walter Moser (SPD) eingeweiht. Sie sollte zur Förderung des Tourismus beitragen und ein Angebot zur Freizeitgestaltung für Elmsteiner und Besucher sein. Die Finanzierung hatte, neben einem Anteil der Gemeinde, Walter Bernius übernommen. Der verstorbene Inhaber des früheren Lambrechter Unternehmens Filz Hoffmann hat sich in Elmstein finanziell vielfältig engagiert.
Zwischen der Gemeinde und dem Verein für Touristik gibt es einen Gestattungsvertrag. Dieser beinhalte, dass der Verein sich um den Betrieb der Anlage kümmert und im Gegenzug die Einnahmen bekommt, sagt Karin Hook, Vorsitzende des Vereins für Touristik. Bei Arbeitseinsätzen werde die Anlage gepflegt und kleinere Reparaturen erledigt. Die Einnahmen würden ausschließlich für den Ort verwendet, etwa für Blumenschmuck, für den Ria-Ra-Ro-Umzug oder für touristische Hinweisschilder, betont Hook.
Das will Ortsbürgermeister Rene Verdaasdonk so nicht stehenlassen. Es gebe auch Ausgaben für Aktivitäten, die dem Tourismus im gesamten Tal zugute kämen, wie beispielsweise der Weihnachtsmarkt am Bahnhof.
SWG-Antrag im März abgelehnt
Stefan Herter, Vorsitzender der Sozialen Wählergemeinschaft (SWG), sagt, der Zustand der Bahnen sei so, „dass es nicht mehr wirklich Spaß macht, dort zu spielen“. Deshalb habe die SWG bereits vor mehreren Monaten den Antrag gestellt, dass die Gemeinde einen Teil der Bahnen „austauschen oder erneuern“ soll. „Es ist uns klar, dass es zu teuer ist, alle 18 Bahnen auf einmal neu zu machen, doch es muss damit angefangen werden, sonst ist der Minigolf-Platz in einigen Jahren nicht mehr zu benutzen“, so Herter. Das wäre ein Verlust für das touristische Angebot und auch für die Elmsteiner Bürger, fügt er hinzu.
Der Antrag wurde jedoch im März im Gemeinderat abgelehnt. „Wir sind so verblieben, dass die SWG und der Verein für Touristik ermitteln, was eine Erneuerung kosten würde, und wie diese finanziert werden kann“, sagt Verdaasdonk. Der Verein für Touristik ist aus dem Fremdenverkehrsverein entstanden und soll die Gemeinde, die chronisch finanzielle Probleme hat, bei der Förderung des Tourismus unterstützen.
„Nicht Aufgabe des Vereins“
Hook ist der Auffassung, dass es nicht Aufgabe des Vereins sei, die Bahnen zu erneuern. Dafür habe dieser auch nicht das Geld. Es sei auch nicht seine Aufgabe, die Kosten für eine Erneuerung zu ermitteln genauso wenig, wie herauszufinden, wie die Gemeinde die Ausgabe bezahlen kann. Auch Herter weist für die SWG den Auftrag zurück. „Das ist Aufgabe der Verwaltung, dafür ist sie da“, sagt er. Allerdings müsse die Verwaltung dazu vom Bürgermeister beauftragt werden. Das könne weder eine politische Gruppierung noch ein Verein tun.
Verdaasdonk ist anderer Ansicht. In dem Gestattungsvertrag sei nicht geregelt, wer für Erneuerungen der Anlage zuständig ist. Es sei Aufgabe der SWG, als Antragsteller, und des Vereins für Touristik, die Kosten für eine Sanierung oder Erneuerung zu ermitteln. Er brauche ein Konzept, mit dem er zur Kommunalaufsicht gehen könne, auch um überprüfen zu lassen, ob es Fördergelder gebe.
Bahnen enthalten Asbestzement
Einig sind sich Herter und Verdaasdonk darin, dass eine Sanierung wahrscheinlich nicht möglich ist, weil die Bahnen Asbestzement enthalten. Hook und Herter weisen unterdessen darauf hin, dass die Anlage voraussichtlich bald nicht mehr bespielbar ist, wenn sie nicht saniert wird. Das wäre nicht nur negativ für das touristische Angebot der Gemeinde. Der Verein für Touristik würde seine Haupteinnahmequelle verlieren und müsste deshalb seine Aktivitäten für den Ort reduzieren. „Das wollen wir nicht“, so Hook.