Kreis Bad Duerkheim Mehr Kameras für Mannheimer Carl-Benz-Stadion?
Falls der SV Waldhof in die Dritte Fußball-Liga aufsteigen sollte, will die Stadt Mannheim das Carl-Benz-Stadion aufwendig herrichten. Für die ohnehin nötige Sanierung des Rasens sowie die Ertüchtigung von Flutlicht- und Lautsprecheranlage sollen 1,8 Millionen Euro investiert werden. Zudem soll die Videoüberwachung für 560.000 Euro ausgebaut werden. In den politischen Gremien zeichnet sich eine Zustimmung zu diesen Plänen ab.
Auslöser für den Ausbau der Videoüberwachung war das Spiel des SV Waldhof gegen den KFC Uerdingen am 27. Mai im Carl-Benz-Stadion, wo es zu tätlichen Angriffen gewaltbereiter Anhänger beider Mannschaften kam, wie Uwe Kaliske, der städtische Bereichsleiter für Sport, sagt.
Auch Kritik an Plänen
Im Nachgang des Spiels hätten die Ermittlungsbehörden versucht, das Bildmaterial der vorhandenen Videoüberwachungsanlage auszuwerten. Wegen dessen unzureichender Qualität sei es aber nicht gerichtsverwertbar, berichtet Kaliske. Die Stadt als Vermieter des Stadions habe daraufhin zusammen mit der Polizei ein Konzept für eine verbesserte Videoüberwachung erarbeitet, die alle Bereiche einsehen könne. Da eine ganz neue Infrastruktur notwendig sei, allein die Verkabelung koste 80.000 Euro, ergebe sich eine große Summe, erklärt Kaliske. „Wir haben die Verantwortung für die Sport-Infrastruktur, insbesondere für die Sicherheit und Ordnung, und brauchen eine zeitgemäße Ausstattung“, betont der für Bau und Sport zuständige Bürgermeister Lothar Quast (SPD). Die vorhandenen Anlagen stammten von Anfang der 1990er-Jahre. Von den Fraktionen kommt überwiegend Zustimmung zu den Plänen. Dagegen spricht sich nur Raymond Fojkar von den Grünen aus. Alle Zuschauer stünden damit unter „Generalverdacht“, kritisiert er.
Videoüberwachung üblich
Hinsichtlich der Erneuerung des Rasens sowie der Licht- und Lautsprecheranlage stellt Bürgermeister Quast einen gewissen Zeitdruck heraus. Die Bedingungen für den Spielbetrieb der Dritten Liga seien rechtzeitig zu erfüllen. Der Rasen sei am Ende und müsse ohnehin erneuert werden. Bei dieser Gelegenheit sollen darunter Leerrohre verlegt werden, um im Fall des Aufstiegs die geforderte Rasenheizung nachrüsten zu können, erläutert Kaliske. Der juristischen Kritik am Datenschutz hielt der Sportamtsleiter entgegen, dass die Videoüberwachung bei vielen Vereinen üblich sei. Bei den Arbeiten an der Flutlichtanlage sowie der Beschallungsanlage handelt es sich um Anforderungen für die Dritte Liga, wie er sagt. Einzelabstimmungen über die einzelnen Punkte im Sportausschuss brachten folgendes Ergebnis: breite Mehrheit für Videoüberwachung, den Rasen und die Flutlichtanlage, keine mehrheitliche Empfehlung für die neue Beschallungsanlage über 284.000 Euro. Die endgültige Entscheidung über die Vorhaben fällt noch im November im Hauptausschuss und im Ausschuss für Technik.