Meckenheim
Meckenheimer stellt Tier-Rostfiguren her
„Ich war schon immer Heimwerker“, sagt Gerd Metz und lacht. Handwerklich sehr begabt, hat er die Terrasse selber gepflastert, Hochbeet und Gartenhäuschen in Eigenregie zusammengebaut.
Mit dem Basteln von Rostfiguren hat er im März 2020 begonnen. Coronabedingt habe sich mehr Zeit ergeben, erklärt der Pensionär. Mit seinem alten Schweißgerät und einer pinguinähnlichen Figur für den Vorgarten begann alles. Bald seien weitere Gerätschaften dazugekommen. „Meine Frau überlässt mir gerne ihr Plasmaschweißgerät“, berichtet Metz augenzwinkernd.
Phantasiefiguren waren seine erste Idee gewesen. Sehr schnell ist er dann aber auf richtige Tiere umgestiegen, die er in Körperhaltung, Proportionen und Lebensgröße nachbildet. Meckenheimer, die an seinem Haus vorlaufen, sprechen ihn immer wieder auf Rostfiguren im Vorgarten an. Einer Nachbarin erfüllte er auch gerne den Wunsch nach einer eigenen Figur.
30 bis 40 Stunden pro Exemplar
Der Rehbock „Hugo“, der bei Freunden im Saarland in einem Garten aufgestellt wurde, um die Rosen vor knabberfreudigen echten Rehen zu schützen, ein Eichhörnchen, das an die bayerische Verwandtschaft ging: Auch für Freunde, Verwandte und Bekannte bastelt Metz Tiere. 30 bis 40 Stunden veranschlagt der 70-Jährige pro Exemplar. Dazu gehören auch Studien von Bildern und Zeichnungen, die er sich anfertigt.
„Am kritischsten ist immer der Kopf“, sagt Metz. Dafür gingen allein schon gut zehn Stunden drauf. Nach mehrmaligem Bearbeiten war er mit einem Ziegenbock noch immer nicht zufrieden, obwohl dieser schon Hörner und einen Ziegenbart trug. Metz baute ihn kurzerhand in einen Rehbock um.
Rund-, Flach- und Moniereisen beschafft er sich im Baumarkt. Metallreste kauft er bei einem Schlosser. Altmaterial, wie es andere Künstler für ihre Rostfiguren verwenden, benutzt er nicht.
„Es ist ganz normales Schwarzeisen, das rostet “, umreißt es Metz, der auf aufgetragene Farbe oder Spray verzichtet. Für Pflanzen ist der Rost unbedenklich, da Eisen ein Nährstoff für sie ist. Vorsicht ist bei Figuren aus Rost auf Pflaster geboten, da sie hier Spuren hinterlassen können.
Mit Hammer, Beißzangen, Werkbank, Winkelschleifern und Schraubstöcken sowie selbst hergestellten Biegewerkzeugen ist Metz ausgerüstet. Lederschürze, Schutzbrille, Schweißerjacke, Vollvisierhelm und Arbeitshandschuhe gehören zur persönlichen Schutzausrüstung.
„Aus Spaß an der Freud“ betreibt der Rentner, der keinen Online-Shop hat, sein schönes Hobby. Vorstellen kann er sich eine Teilnahme am nächsten Meckenheimer Pflanzenmarkt, wenn dieser denn – Corona lässt grüßen – nächsten Mai stattfinden könnte.