Kreis Bad Duerkheim Mauern, Türme, Dächer

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Einst umringte und schützte sie Wachenheim weithin sichtbar: Die über sechs Jahrhunderte alte Stadtmauer liegt heute teilweise in der gewachsenen Bebauung verborgen. Ein Spaziergang entlang der Westseite gehört zum Stadtmauerrundweg, der dem Besucher interessante Blickwinkel bietet.

Mit der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1341 erhielt Wachenheim das Recht auf eine Befestigung mit Mauern, Türmen und Toren. Auch Graben und Wehrgang gehörten zur Stadtmauer, deren 675-jähriges Bestehen in diesem Jahr gefeiert wird. Die fast neun Meter hoch gebaute Sandsteinmauer wurde schon 130 Jahre nach ihrer Errichtung erstmals beschädigt. Wer am zusammenhängenden Mauerzug der Westseite entlanggehen will, folgt in der Burgstraße der gelbroten Markierung und dem Stadtmauerrundweg, der hier zugleich ein Stück des Römerrundwegs ist. Wo sich einst Zwinger und Wassergraben an die Wehrmauer anschlossen, liegen heute Gärten. Hier leuchten jetzt Frühblüher wie die Krokusse und sogar die „Blauschäferei“ hat in einem Anwesen Einzug gehalten. Außer Schießscharten erblickt man im Mauerwerk aus Bruchsteinen manche Fenster von Wohngebäuden. Innerhalb der Befestigung liegen die verwinkelten Häuser der Altstadt mit ansehnlichen Walmdächern, Spitzgiebeln und Gauben. Nahe der Mauer fällt das einstige Adelsgut Dalberger Hof auf. Die abwechslungsreiche Dachlandschaft überragt der Turm der St. Georgskirche im historischen Stadtzentrum: Seine geschwungene Haube hebt sich aus dem Gerüst empor, das ihn zur Zeit umgibt. Schön ist auch der Ausblick nach Westen auf die Wachtenburg, die wie die Stadtbefestigung schwere Zerstörungen erleben musste. An die Gärten längs der Stadtmauer schließen sich bald Weinbergzeilen an, die bis zur nordwestlichen Ecke der Anlage reichen. Sehenswert ist der dortige Diebsturm. Die Bezeichnung dieses gut erhaltenen Turms weist darauf hin, dass er einst als Gefängnis genutzt wurde. Auf der anderen Seite liegt das Baugebiet „Pforte“. Direkt am Turm drängt sich ein profanes Gegenwartsthema auf: Obwohl ein Spender mit Hundekot-Beuteln bereitsteht, ist das Rasenstück daneben stark verschmutzt. Der Stadtmauerrundweg führt nach rechts über die Weinstraße. Bis 1829 stand hier das nördliche Stadttor, auch Dürkheimer Tor genannt. Gegenüber geht es weiter an Bürgerspital, Kindertagesstätte und Schwimmbad vorbei, wo man auf der anderen Wegseite hinter Gärten wieder die Stadtmauer entdeckt. Durch die Bleichstraße oder Hintergasse findet man über die Langgasse zurück zum Ausgangspunkt in der Burgstraße. (lad)

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