Wachenheim / Neustadt
Martin Darting: Als Weinmaler auf der Krönungsbühne
Natürlich habe er Anna-Maria Löffler die Daumen gedrückt, dass sie sich am Ende des Abends die Krone der Deutschen Weinkönigin würde aufsetzen können. „Mit der Wahl von Eva Lanzerath aus dem Weinbaugebiet Ahr bin ich aber auch zufrieden, sie hat alles so frei weg von der Leber gemacht und wird den Job bestimmt gut machen“, erzählt Martin Darting, der die Kandidatinnen aus nächster Nähe auf der Bühne des Saalbaus begutachten konnte – natürlich unter Einhaltung der Corona-Vorschriften. „Der SWR hat extrem darauf geachtet, dass die Abstände eingehalten wurden und dass kein Kontakt zwischen den beteiligten Personen entstehen konnte.“ Selbst beim gemeinsamen Essen seien die Abstandsregeln penibel eingehalten worden.
Als es für die sieben Kandidatinnen zuvor darum ging, in kleinen Gruppen die Berufe oder Leidenschaften einiger Gäste der Show zu erraten, hatte der Winzer, Wein- und Sensorikexperte, der auch als Synästhetiker, Autor und Sommelierausbilder unterwegs ist, seinen großen Auftritt. Dass der Mann schon seit geraumer Zeit auch Bilder malt und damit eine „Sensorische Visualisierung“ eines Weines in Form und Farbe darstellt, war Thema eines Ratespiels mit zwei Kronen-Anwärterinnen. Eva Christine Müller aus Rheinhessen und Jana Petermann von der Hessischen Bergstraße mussten mithilfe kluger und geschickter Fragen, auf die Darting nur mit „Ja“ oder „Nein“ antworten durfte, auf den Begriff „Weinmaler“ kommen. Als sie am Ende den Begriff „Geschmacksmaler“ formulierten, galt die Aufgabe als gelöst. Ob Eva Christine Müller aufgrund dieser besonderen Leistung am Ende des Abends neben Anna-Maria Löffler zur Deutschen Weinprinzessin gewählt wurde, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen, scheint aber auch nicht ganz ausgeschlossen zu sein.
Routiniert die Aufgaben bewältigt
Als der SWR ihn gefragt hatte, ob er beim Berufe-Raten dabei sein wolle, habe Darting sofort zugesagt und sich zusammen mit einem Glasbläser und einem Experten für alte und seltene Rebsorten den Fragen der angehenden Weinhoheiten gestellt. Das Quiz konnte Martin Darting, der auch als Dozent an der Weinschule in Koblenz tätig ist, routiniert und unaufgeregt bewältigen. Für ihn persönlich seien die Weinkönigin sowie die Prinzessinnen wichtige Aushängeschilder, die den Deutschen Wein gut vertreten können.
Darting findet, dass die deutsche Weinwirtschaft weiterhin im Auge behalten sollte, dass die Lage und die Herkunft ausschlaggebende Kriterien für einen Wein seien – und nicht in erster Linie die Rebsorte. „Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, dass die Rebsorte maximal 20 Prozent dessen ausmacht, was im Glas ist. Alles andere ist geprägt von Herkunft, Temperatur, Boden und so weiter“, berichtet Darting und fügt hinzu, dass der Klimawandel den Weintyp gleichfalls verändere.